Ammersee

„Ich bade, dichte und lobe Gott den Herren“ (Thomas Mann)

Früher nannte man ihn, in Abgrenzung zum prunkvollen Starnberger See, auch „Bauernsee“. Danach kam die Bezeichnung „Künstlersee“ hinzu. Gemeint ist der Ammersee, der schon viele Künstler in seinen Bann zog. So entdeckten unter anderem die Schriftsteller Bertolt Brecht und Thomas Mann die Schönheit des Sees im bayerischen Alpenvorland für sich. Vor allem die Gemeinde Utting (Landkreis Landsberg am Lech) war für die beiden ein besonderer Rückzugsort. So äußerte sich Brecht über seine Zeit am Ammersee: „Sieben Wochen meines Lebens war ich reich“.

Drittgrößter See Bayerns
Bayerns drittgrößter See (der größte is der Chiemsee, der zweitgrößte der Starnberger See) ist in der Eiszeit entstanden, als viele Gletscher abschmolzen. Er ist 16 km lang und knapp 3 km breit; die Fläche beträgt 46,6 km². 
Der See erfreut sich bei Besuchern großer Beliebtheit. Fast das ganze Ostufer ist öffentlich, im Gegensatz zu den wenigen öffentlichen Zugängen am Westufer. Die Wasserqualität des Sees ist sehr hoch und wird konstant überprüft; die Qualität liegt insbesondere am Hauptzufluss durch die Ammer (der Name hat seinen Ursprung im Keltischen und bedeutet soviel wie „Wasser“).



Wassersport und das Fünfseenland
Es locken verschiedene Wassersportarten wie Segeln, Wasserski und sogar Tauchen an das Gewässer, vor allem natürlich in wärmeren Jahreszeiten. Von München ist der Ammersee nur etwa 35 km entfernt. Zudem liegt der See im Fünfseenland, d.h. es bieten sich dem geneigten Besucher auch noch der Starnberger See, der Wörtsee, der Pilsensee und der Weßlinger See in relativer Nähe an.

Kloster Andechs
Im Osten des Sees ist das Kloster Andechs gelegen, es befindet sich in 760 Meter Höhe auf dem sog. Heiligen Berg. Das Kloster ist unter anderem als Wallfahrstort sehr beliebt; die Klosterbrauerei Andechs wird von einer Ordensgemeinschaft betrieben, und dies völlig unabhängig von einem Konzern. 



Bedeutende Naturschutzgebiete
Der Ammersee verfügt über drei Naturschutzgebiete: Die „Vogelfreistätte Ammersee-Südufer“ (seit 1979), das „Ampermoos“ (seit 1982) sowie „Seeholz und Seewiese“ (seit 1985). Die Vogelfreistätte, innerhalb derer auch die sog. Schwedeninsel liegt, ist ein etwa 500 Hektar großes Moorgebiet. Es zeichnet sich durch Streuwiesen, Gehölze und Schilfe aus. Diese sind ein idealer Lebensraum für u.a. Blässhühner, Bekassinen, Wachteln und Graugänse. Der gesamte Ammersee ist als sog. Ramsar-Gebiet ausgewiesen, ist also ein besonders geschütztes Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung (im iranischen Ramsar kam es 1971 zur sog. Ramsar-Konvention).