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  • Naturlexikon

Schäfer

Schäfer mit Schafsherde
Schäfer mit Schafsherde
© Peter P. | Quelle | Lizenz

Beim Beruf des Schäfers treffen Landwirtschafts- und Umweltaspekte aufeinander. Schafe, die auf Streuobstwiesen grasen, sorgen dafür, dass sich Büsche und Unkraut nicht übermäßig ausbreiten. Besonders in unebenem Gelände sind die Tiere dabei Maschinen aus der Landwirtschaft überlegen. So tragen Schafe ihren Teil dazu bei, dass in geschützten Naturlandschaften vom Aussterben bedrohte Tier- und auch Pflanzenarten weiter bestehen können. 

Am meisten verdienen Schäfer in der Regel durch die Landschaftspflege, die durch öffentliche Gelder und EU-Subventionen finanziert wird. Neben der Landwirtschaft sind Schäfer auf weitere Einnahmequellen angewiesen, insbesondere den Verkauf von Schafsfellen, Wolle, aber auch Lammfleisch. 

Das ist auch bitter nötig, denn der durchschnittliche Stundenlohn eines Berufsschäfers liegt zwischen vier und acht Euro. Darüber hinaus hat ein Schäfer wenig Freizeit und kaum Urlaub. Dies sind einige der Hauptgründe, warum es in Bayern bzw. in ganz Deutschland immer weniger Schäfer gibt.

Immer weniger Schäfer in Bayern

Bayern hat zwar, Stand 2016, über 260.00 Schafe und ist damit das Bundesland mit den meisten besagten Tieren, aber der Bestand nimmt immer weiter ab. Laut dem Bayerischen Agrarbericht ging die Zahl der Mutterschafe zwischen den Jahren 2005 und 2014 sogar um 25 % nach unten. Ebenso rückläufig ist die Zahl der Schafhaltungsbetriebe bzw. der Schäfer.

Laut Zahlen des Verbandes der Berufsschäfer aus dem Jahr 2016 gibt es in Bayern derzeit nur fünf Frauen und Männer, die sich zum Schäfer ausbilden lassen. Bundesweit gesehen kommen nur 10 bis 20 Auszubildende hinzu. In ganz Deutschland gibt es momentan knapp 2.000 Schäfer und etwa ein Drittel wird in den kommenden zehn Jahren verrentet. 

Anforderungen an einen Schäfer

Voraussetzungen, um Schäfer zu werden sind in der Regel ein Hauptschulabschluss, eine 3-jährige Ausbildung und eine bestandene Abschlussprüfung. Eine Besonderheit in Bayern ist, dass das erste Lehrjahr vollschulisch und mit einem Tag Praxis wöchentlich stattfindet. Zu den Ausbildungsinhalten gehören Themen wie Hütetechnik, Ablammung und Aufzucht, Naturschutz und Landschaftspflege sowie die Woll-, Milch und Fleischproduktion.

Der Beruf als Schäfer ist körperlich anspruchsvoll; zudem verbringt man geraume Zeit im Büro, um sich etwa mit Kennzeichnungen, Rechnungen und Anträgen zu beschäftigen.