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  • Naturlexikon

Stieleiche, Traubeneiche (Quercus robur/petraea)

Eiche am Waldrand
Eiche am Waldrand
© Thomas Kohler | Quelle | Lizenz
Eichenblätter mit Eicheln
Eichenblätter mit Eicheln
© Hanna Forsman | Quelle | Lizenz

Die Eichen gehören zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae). In Bayern kommen zwei Eichenarten vor, die Stieleiche und die Traubeneiche. Sie machen etwa 6% des gesamten Waldbestands aus und sind nach den Buchen die zweithäufigste Laubbaumart.

Die Stieleiche (Sommereiche oder Deutsche Eiche) ist die am weitesten verbreitete Eichenart. Sie bevorzugt nährstoffreiche Lehm-und Tonböden, kann aber auch auf wechselfeuchten bis nassen Böden siedeln. Oftmals besteht eine Konkurrenz zu der schattentoleranteren Rotbuche, weshalb die Stieleiche an nur wenigen Standorten bestandsbildend ist, z.B. in Hartholzauwäldern oder auf Sand- oder Tonböden. Sie erreicht eine Höhe von bis zu 40 Metern und ein Höchstalter von 500-1000 Jahren, in seltenen Fällen bis zu 1400 Jahre. Ihre Rinde erscheint anfangs grau und glatt mit einem grünlichen Schimmer, später bildet sie eine graubraune, längsrissige Borke. Die im September und Oktober reifenden Eicheln trägt sie zu dritt bis fünft an einem bis zu 4 cm langem Stiel, was ihr auch den Namen eingebracht hat.

Im Unterschied zur Traubeneiche, deren Eicheln am Zweig traubenartig gehäuft auftreten. Außerdem sind die Knospen der Traubeneiche schlanker als die der eng verwandten Stieleiche und sie vermag in höheren Lagen zu siedeln. Beide Eichenarten verfügen über tiefdringende Pfahlwurzeln, die es ihnen erlauben, ans Grundwasser zu gelangen, und auch heftige Stürme ohne Schaden zu überstehen.  
Eichenholz ist schwer, sehr beständig, hart und gut zu bearbeiten, weshalb es vielseitig verwendet wird, z. B. als Bauholz außen und innen, als Möbelholz, für den Fassbau oder als Furnier. Die Stieleiche wird überdies als Brennholz geschätzt.   

Ist die Bedeutung der Eiche für die Holzwirtschaft nach wie vor ungebrochen, hat sie für die Landwirtschaft stark abgenommen, da Eicheln in der Schweinemast mittlerweile von anderen Futtermitteln abgelöst wurden. War früher die extra geerntete Rinde ein wichtiger Gerbstoff erfüllen nun diverse Chemikalien diesen Zweck.   

Eichenwälder stellen für viele Insekten, insbesondere für Großschmetterlinge und Käfer, aber auch für in Baumhöhlen nistende Vögel und Fledermäuse einen wichtigen Lebensraum dar. Für Wild und Nagetiere sind die Eicheln eine vor allem im Winter nicht zu unterschätzende Nahrungsquelle. Der Schutz spezieller Eichenwälder ist im Bayerischen Naturschutzgesetz verankert.