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  • Naturlexikon

Linden (Tilia)

Goldene Linde
Goldene Linde
© daryl_mitchell | Quelle | Lizenz
Lindenblätter mit Blüten
Lindenblätter mit Blüten
© Virens (Latin for greening) | Quelle | Lizenz

Die Linden gehören zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und bilden die eigene Gattung der Lindengewächse (Tilioideae).

In Bayern sind die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) und Winterlinde (Tilia cordata) heimisch, wobei die Sommerlinde eher feuchtere Lagen bevorzugt und im Gebirge höher aufsteigt als die Winterlinde. Handelt es sich bei den beiden um tiefwurzelnde Halbschatten-Baumarten, so muss angemerkt werden, dass die Winterlinde mit bedeutend weniger Licht und nährstoffärmeren Boden als die Sommerlinde auskommt. Alles in allem ist die Winterlinde wesentlich anspruchsloser und frostresistenter.

Linden erreichen eine durchschnittliche Höhe von 15 bis 35 Metern (wobei die Winterlinde 25 Meter selten übersteigt) und ein Alter von 800 Jahren. Zumeist sind die so genannten 1000-jährigen Linden nicht mal 600 Jahre alt.
Die herzförmigen, stumpfgrünen Blätter (Winterlindenblätter sind etwa halb so groß wie die der Sommerlinde) färben im Herbst die Kronen von bis zu 20 Metern Durchmesser gelblich-rot. Zu dieser Zeit hängen auch die kleinen Nussfrüchte an den Zweigen, die der Sommerlinde mit dicker Schale, die der Winterlinde mit dünner.
Zuvor blühen im Sommer bereits die Linden, die Sommerlinde ab Mitte bis Ende Juni und die Winterlinde ab Anfang Juli. Die Blüten können als Teezubereitung gegen Erkältung verwendet werden. Außerdem wird aus ihnen ein wohlschmeckender Honig gewonnen.

Das weiche, helle Lindenholz wird im Innenbereich, im Kunsthandwerk, im Modellbau und in der Spielzeuganfertigung genutzt. Früher war auch der Lindenbast für das Flechthandwerk und die Körbnerei von großer Bedeutung.

Linden machen in Bayern zusammen mit Esche und Ahorn etwa 6% des Gesamtwaldbestands aus. Gefährdet sind sie durch Wildverbiss, Mäusefrass, Luftschadstoffe, Blattläuse und Honigtaupilze.
In Städten finden sich als Park- und Alleebäume vorrangig die widerstandsfähigeren importierten Krim- und Silberlinden, die in erster Linie für das Bienen- und Hummelsterben verantwortlich sind.
In den Dörfern hingegen stand und steht teilweise heute noch eine Linde in der Mitte als Treffpunkt. Früher wurde unter diesem Baum auch Gericht gehalten. Die Wichtigkeit der Linde als Volksbaum spiegelt sich in den zahlreichen Erwähnungen in Sagen, Gedichten und Märchen wieder.