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  • Naturlexikon

Bayerischer Enzian (Gentiana bavarica)

Bayerischer Enzian
Bayerischer Enzian
© Robert Flogaus-Faust | Quelle | Lizenz

Der Bayerische Enzian (Gentiana bavarica) kommt, wie der Name bereits vermuten lässt, in Deutschland tatsächlich nur in den bayerischen Alpen vor. Bayern ist auch das Hauptverbreitungsgebiet, er ist dennoch keine endemische Art, da er auch außerhalb Bayerns in den Alpen und Karpaten wächst. Erstbeschreiber war 1753 der schwedische Naturforscher Carl von Linné in seinem Werk "Species Plantarum".

Lebensraum
Um sich wohl zu fühlen, benötigt der Bayerische Enzian einen steinigen und kalkreichen Untergrund, der genügend Feuchtigkeit ohne Staunässe enthält. Gute Bedingungen findet er auf feuchten Grasmatten, in Schneetälchen und auf Gesteinsschutt, gerne im Umfeld von Bächen oder Quellen. Der Bayerische Enzian mag es kühl mit viel Sonne, der Boden muss humusarm und frei von Stickstoff sein. Er ist in Bayern in Höhen zwischen 1400 m und 2500 m verbreitet, ist außerhalb Bayerns gelegentlich sogar in bis zu 3600 m Höhe anzutreffen.

Beschreibung
Der Bayerische Enzian ist eine niedrig wachsende, mehrjährige und krautige Pflanze, die als Hemikrytophyt mit grünen Blättern und Überwinterungsknospen oberhalb des Erdreichs überwintert.  Bei einer Wuchshöhe zwischen 5 cm und 10 cm bildet der Bayerische Enzian keine Blattrosette, seine ca. 1 cm langen, weichen und glänzenden Laubblätter wachsen wie übereinandergelegte Dachziegel dicht gedrängt am Boden und zwei- bis vierfach paarweise am kantigen Stängel. Sie sind verkehrt-eiförmig oder spatelähnlich mit glattem Rand und stumpf abgerundet.

Die späte Blütezeit zwischen Juni und September unterscheidet den Bayerischen Enzian vom ansonsten ähnlichen Frühlings-Enzian. Die aus fünf Blütenblättern bestehenden Blüten stehen einzeln und aufrecht endständig am Stängel. Der Bayerische Enzian kommt in Farbschattierungen von hell- bis dunkelblau, lila oder violett  vor, oftmals hat die Blüte einen weißen Schlund, wodurch die Blütenröhre insgesamt heller wirkt. Die Blütenkronenzipfel sind tellerartig nach außen gebogen, der Blütenteller hat eine Breite von etwa 2 cm bis 3 cm. Zwischen den Kronblättern befinden sich gelegentlich kleine Schlundzähnchen. Die Bestäubung erfolgt durch Schmetterlinge oder Hummeln, der Bayerische Enzian kann sich aber auch vegetativ durch Teilung vermehren. Er breitet sich dann wie ein Pflanzenteppich aus. Nicht alle Stängel tragen Blüten, einige sind nur mit vielen Blättern bestückt.

Schutz
Wie alle Enzianarten steht auch der Bayerische Enzian unter Schutz und darf weder gepflückt noch ausgegraben weden, auch wenn er aktuell nicht als gefährdet gilt. Wer seinen Steingarten mit dem Bayerischen Enzian schmücken will, wird im Gartenfachhandel fündig.