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  • Naturlexikon

Hirse

Rispenhirse
Rispenhirse
© Claus Rebler | Quelle | Lizenz

Hirse ist ein Sammelbegriff für knapp ein Dutzend Süssgras-Arten mit kleinfrüchtigem Getreide, die bereits vor 8000 Jahren zur Herstellung von ungesäuertem  Fladenbrot dienten, wobei die ältesten Funde in Deutschland auf über 5000 Jahre datiert sind. Im Altertum und Mittelalter zählte Hirse hierzulande zum am häufigsten angebauten Getreide, das erst mit der Einführung der Kartoffel und des Mais verdrängt wurde.
Zwischen zwei Hauptgruppen von Hirse wird unterschieden, den Sorghumsorten, wozu Mohrenhirse (Sorghum bicolor, Zuckerhirse) mit großen Körnern gehört, und den Milletsorten mit deutlich kleineren Körnern. Zu letzteren gehören die meisten Gattungen wie etwa Rispenhirse (Panicum miliaceum), Kolbenhirse (Setaria), Perlhirse (Pennisetum), Fingerhirse (Eleusine) und Teff (Eragrostis, Zuckerhirse).
Während die Sorghumsorten dem Mais sehr ähnlich sehen, handelt es sich bei den Milletsorten um korntragende Gräser, die je nach Art äußerst unterschiedlich ausfallen können. Das Anbauverhältnis weltweit beläuft sich auf etwa zwei Drittel Sorghum und ein Drittel Millet.
In den Jahren 2009 und 2010 gab es in Bayern größer angelegte Feldversuche zum Anbau von neueren Hirsezüchtungen, die jedoch allesamt nicht den Ertrag von Mais erreichten. Dafür hielten sich der Schädlingsbefall und die Pilzerkrankungen in Grenzen.  
Hirse verfügt von allen Getreiden über die meisten Mineralstoffe, besonders Kieselsäure (Silicium) ist in großer Menge enthalten. Außerdem enthält es kein Gluten, ist also auch für Allergiker (Zöliakie) geeignet. Zudem kommt es als Vieh- und Vogelfutter zum Einsatz. Weiterhin wird es bei der Herstellung von Naturfasern verwendet.