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  • Naturlexikon

Nutzhanf (Cannabis sativa)

Cannabis sativa
Cannabis sativa
© Alex Lomas | Quelle | Lizenz

Beim Nutz- oder Faserhanf, auch Gewöhnlicher oder Echter Hanf genannt, handelt es sich um eine sehr alte Kulturpflanze, die bereits seit Jahrtausenden vom Menschen zu Seilen, Kleidung oder Papier verarbeitet wird. Die ältesten Funde, einige Seilreste, stammen aus China und sind an die 5000 Jahre alt. In Europa erhielt der Hanf erst vor knapp 2500 Jahren Einzug, wie Textilfunde aus keltischen Gräbern zeigen. Während in China bereits vor über 2000 Jahren Hanfpapier hergestellt wurde, war es in Europa erst ab dem 14. Jahrhundert verbreitet und wurde dann wenig später mit dem Buchdruck, u. a. der Gutenbergbibel, populär. Besonders wichtig war der Hanf auch für die Segelschifffahrt, da hierfür Unmengen an Tauen, Dämmstoffen und Segeltuch benötigt werden.   
Im 20. Jahrhundert wurde der Hanf schließlich wegen seiner berauschenden Eigenschaften kriminalisiert und in den meisten Ländern verboten, was dazu führte, dass in den 1950er und 1960er Jahren THC-arme Sorten gezüchtet wurden, die allerdings erst seit 1996 in Deutschland genehmigungspflichtig und unter strengen Auflagen durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung angebaut werden dürfen. Heute sind über 40 Hanfsorten mit einem THC-Gehalt von unter 0,2 %, die zudem über 30-40 % mehr Fasern als herkömmliche Sorten hervorbringen, für den Anbau zugelassen.
Der einjährige, 2-4 Meter hochwachsende Hanf bevorzugt humus-, wasser-, und nährstoffreiche, tiefgründige Böden, da sein Wurzelwerk teilweise über 2 Meter in die Erde vordringt und damit auch für etwaige Nachfrüchte den Boden auflockert. Gegenüber Kälte und leichtem Frost ist er resistent, werden die 3-4 mm großen, braunen bis grüngrauen Samen doch bereits ab Mitte April bis Mitte Mai in 4-6 cm Tiefe ausgesät. Je nach Verwendung wird der Hanf zwischen Ende Juli und Mitte Oktober mit umgebauten Mähdreschern geerntet, die Fasersorten früher und die Samensorten später. Die Fasersorten werden vornehmlich für die Textilherstellung, als Bau- und Brennstoff und als Verstärkung von Kunststoffen genutzt, während aus den Samensorten sowohl gepresstes als auch ätherisches Öl nebst Mehl, Butter und Tierfutter gewonnen werden kann. Pure oder geröstete Hanfsamen gelten wegen ihres hohen Protein,- Vitamin B,- Mineralstoff- und Aminosäurengehalts als äußerst gesund.
Daneben gibt es noch den medizinischen Anwendungsbereich, der jedoch aufgrund der Gesetzeslage wenig ausgebaut ist.
In Deutschland werden derzeit um die 1000 Hektar Nutzhanf angebaut, darunter auch einige Hektar in Bayern. Die genauen Zahlen werden leider unter Verschluss gehalten.