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  • Naturlexikon

Weizen (Triticum L.)

Weizenfeld
Weizenfeld
© Chris H (Kríttik'l Kápchər (CH))
Quelle | Lizenz

Der Weizen gilt archäologischen Funden gemäss mit weit über 7500 Jahren nach der Gerste als zweitälteste angebaute Getreideart der Welt. Bei den verschiedenen Weizenarten handelt es sich um Kreuzungen aus mehreren Getreide- und Wildgrassorten. Der heutige Saatweizen geht aus dem Einkorn (Triticum monococcum) und Emmer (Triticum dicoccum) hervor, die heutzutage nur noch eine geringe Rolle beim Anbau spielen.
Die unterschiedlichen Weizensorten werden 0,5 bis 1 m hoch. Die rundlichen Ähren erscheinen gedrungen und zumeist grannenlos. An den Halmen befinden sich mittelgroßen Blatthäutchen (Ligula), die kurz gezähnt sind.
Die kurz bewimperten Blattöhrchen umfassen kaum den Stängel, was als untrügliches Kennzeichen zur Bestimmung von Weizen gilt.
Von allen Getreidearten stellt der Weizen die höchsten Ansprüche an Klima, Boden und Wasserversorgung, ist dafür aber bis -20 Grad Celsius frostresistent.
Beim Weizen wird wie beim Roggen und der Gerste zwischen Sommer- und Wintersaatgut unterschieden, wobei der Winter- oder Weichweizen mit etwa 90% die Weizenanbauflächen Deutschlands klar dominiert.
Die Aussaat des Winterweizens (Triticum aestivum L.) findet nach der Keimruhe von Ende September bis Dezember statt. Dafür werden etwa 300-500 Körner pro Quadratmeter nicht all zu tief in die Erde gesät, da es sich beim Winterweizen mitnichten um einen Dunkelkeimer handelt. Die Samenkörner gehen dann normalerweise in zwei bis drei Wochen auf und überwintern (Vernalisation). Der zweite Wachstumsschub erfolgt im Frühjahr, wo sich Blätter, Ähren und Blüten vollständig entwickeln. Nach überwiegender Selbstbefruchtung bilden sich schließlich die ovalen, gelblichen Körner, woraufhin das ertragreichste aller Getreide dann im Hochsommer geerntet werden kann.  
Der Sommer- oder Hartweizen (Triticum durum Desf.) wird dagegen erst im Frühjahr ausgesät und bringt bei weitem nicht die Erträge des Winterweizens ein, weshalb er auch unter 1% der gesamten Weizenproduktion in Deutschland ausmacht. Unterscheidbar sind Weich- und Hartweizen vor allem anhand der Samenkörner, die beim Hartweizen ungleich glasiger aussehen.
Weizen ist in Form von Mehl oder Grieß eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel und findet vorrangig bei der Weißbrot- und Teigwarenherstellung Verwendung. Außerdem kann daraus Weizenkeimöl gewonnen werden, das über den höchsten Vitamin E-Gehalt aller Lebensmittel verfügt. In Bayern und darüber hinaus erfreut sich besonders das Weizenbier großer Beliebtheit. Zusätzlich wird Weizen umfangreich in der Tiermast eingesetzt.  
Der Name Weizen hat seinen Ursprung übrigens in der weißen Farbe des Mehls und der Helligkeit seiner Körner.