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  • Naturlexikon

Kirsche (Prunus avium)

Süßkirsche
Süßkirsche
© aundkgruber | Quelle | Lizenz
Süßkirschenblüte
Süßkirschenblüte
© Bigcubefan | Quelle | Lizenz

In Deutschland ist gut Kirschen essen: Mit einem Verzehr von gut 2 Kilo pro Kopf jährlich zählt die Kirsche zu den zehn beliebtesten Obstsorten hierzulande (auf Platz eins ist übrigens der Apfel). Hier soll es nun vor allem um die Süßkirsche gehen: Mit der Fränkischen Schweiz ist Bayern nämlich ein Anbauschwerpunkt für die Süßkirsche in Deutschland. Man kultiviert die Süßkirsche aus der wilden Vogelkirsche (Prunus avium). Zu den häufigsten Sorten gehören Burlat, Hedelfinger, Kordia und Regina. Der Kirschenanbau in der Fränkischen Schweiz hat übrigens lange Tradition: So ist belegt, dass bereits im 11. Jahrhundert das Kloster Weißenohe in seinen Gärten Kirschbäume züchtete.
Obstwässer, Brände, Gelees, Marmeladen und nicht zuletzt saftige Kuchen mit bzw. aus fränkischen Kirschen sind beliebte regionale Produkte. Genießen kann man sie unter anderem beim Kirschenfest Pretzfeld, das jährlich im Sommer stattfindet. Im Markt Pretzfeld liegt auch das größte geschlossene Anbaugebiet für Süßkirschen in Deutschland.

Rosengewächs
Die Kirsche ist Teil der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), zu denen viele weitere Obstsorten wie z.B. Apfel, Birne, Erdbeere oder auch die Zwetschge gehören. Die Kirschbäume können bis zu 20 Meter hoch und bis zu 100 Jahre alt (in Einzelfällen sogar darüber hinaus) werden. Ab März zeigen sich die ersten grünen Triebe, im April geht es dann mit der weißen Blütenpracht weiter.

Ernte
Die Ernte beginnt ab Ende Mai - hier sind frühe Sorten wie die oben erwähnte Burlat, eine Herzkirschen-Sorte, zu nennen. Das Ende des Erntezeitraums ist Mitte bzw. Ende Juli - dann erntet man späte Sorten wie die bereits genannte Regina, eine Knorpelkirschen-Sorte. Ein Risiko für die Ernte der Früchte sind Spätfrost, Temperatur- und Wetterextreme oder Schädlinge wie die Kirschfruchtfliege. Beim Spätfrost nutzen viele Obstbauern übrigens die sog. Frostschutzberegnung, die man u.a. aus dem Weinbau kennt. So besprühen sie die Kirschbäume mit feinen Wassertröpfchen; eine dünne Eisschicht bildet sich. Wenn es gefriert, wird unter dieser Schicht Wasser frei; zugleich entsteht Wärme, die (zumindest für einige Zeit) verhindert, dass es einen Temperaturabfall unter null Grad gibt.

Wichtig für Insekten
Blühende Kirschbäume sind nicht nur schön anzusehen: Sie sind eine wichtige Nektarquelle für Hummeln, Bienen und weitere Insekten. Kirschbäume sind oft Teil von Streuobstwiesen, die mit ihrer Arten- und Sortenvielfalt ökologisch sehr bedeutsam sind.