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  • Naturlexikon

Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta)

Frühjahrslorchel
Frühjahrslorchel
© Anita (Axiraa) | Quelle | Lizenz

Lorchel oder Morchel? Es ist nicht nur ein ähnlicher Name, sondern auch das gemeinsame saisonale Auftreten, das für einen fatalen Irrtum beim Pilzsammeln sorgen kann: So verwechselt man die hochgiftigen Frühjahrslorcheln häufig mit Morcheln, etwa den essbaren Speise- und Spitzmorcheln. 

Tückisch ist dabei, dass im Frühjahr, meist zwischen März und Mai, viele Morcheln und Lorcheln gleichzeitig zu wachsen beginnen. Man kann die Speisemorchel und die Frühjahrslorchel unter anderem dadurch voneinander abgrenzen, dass der rotbraune Hut der Frühjahrslorchel einem kleinen Gehirn mit seinen Windungen gleicht. Der Hut der Speisemorchel hingegen ist wie eine Bienenwabe geformt.

Je älter die Frühjahrslorchel ist, desto dunkler ist der Hut; die Farbe bewegt sich von relativ hell bis kastanienfarben. Der Stiel ist weißlich gefärbt, durchschnittlich 7 cm hoch, etwa 4 cm breit und hat innen viele Hohlkammern. Die Frühjahrslorchel riecht würzig-pilzig. 

Man findet den Pilz vor allem in Nadel- und Bergmischwäldern und dort an den Baumwurzeln, besonders bei Kiefern, Fichten und Lärchen. Aber auch in Gärten und Parkanlagen, an Straßengräben oder in der Nähe von Holzabfällen ist er zu sichten. In Bayern ist er z.B. im bayerischen Wald vertreten.

Gyromitra-Syndrom

Die Frühjahrslorchel ist aufgrund des enthaltenen Giftes Gyromitrin (vgl. lateinischer Name des Pilzes, Gyromitra esculenta) sehr gefährlich; dieses ist auch im abgekochten Zustand noch vorhanden. Schon in einer einzigen Frühjahrslorchel ist soviel Gift enthalten, dass man dadurch sterben kann.

Das sog. Gyromitra-Syndrom bezeichnet die Pilzvergiftung durch die Frühjahrslorchel und bringt schwere Leber- und Nierenschäden sowie neurologische Anzeichen mit sich. Teils kann es über 24 Stunden dauern, bis sich die ersten Symptome wie starke Bauchschmerzen bemerkbar machen. 

Die Symptome verschwinden meist und der Zustand bessert sich scheinbar, bevor Krämpfe, Atemnot und das Koma eintreten können.

Genereller Hinweis: Trotz der Beschreibung und Bebilderung der verschiedenen Pilzarten in unserem Naturlexikon übernehmen wir keine Garantie dafür, dass der jeweilige Pilz, den man in der Natur sammelt, auch genießbar ist. Generell besteht Verwechslungsgefahr mit ungenießbaren bis hochgiftigen Pilzen, wenn man sich nicht völlig sicher ist.



Zudem kommt es auf Aspekte wie zum Beispiel die richtige Zubereitung oder die Kombination mit Alkohol an, die stets höchst individuell sind. Wir können keine Garantie für die Richtigkeit der Angaben bzw. der Bilder geben.

Wenden Sie sich im Zweifelsfall an den örtlichen Pilzberater. Hier finden Sie eine Liste der bayerischen Pilzberater: http://www.pilze-bayern.de/index.php/pilzberatungBei einer Pilzvergiftung versuchen Sie, die Ratschläge der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zu befolgen: https://www.dgfm-ev.de/speise-und-giftpilze/vergiftungen

Zum Thema Pilze und Strahlung (nach Tschernobyl 1986), insbesondere in Bayern, empfehlen wir als weitere Informationsquellen das Bundesamt für Strahlenschutz: https://www.bfs.de/DE/themen/ion/umwelt/lebensmittel/pilze-wildbret/pilze-wildbret.html. Für genauere Abfragen von Messwerten das Bayerische Amt für Umwelt: http://www.lfu.bayern.de/strahlung/umrei/strvgprobe