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  • Naturlexikon

Froschlöffelgewächse (Alismataceae)

Gewöhnlicher Froschlöffel
Gewöhnlicher Froschlöffel
© HermannFalkner/sokol | Quelle | Lizenz
Pfeilkraut
Pfeilkraut
© graibeard | Quelle | Lizenz

Die Froschlöffelgewächse sind eine Familie mit weltweit etwa 100 Arten in der Ordnung der Froschlöffelartigen (Alismatales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida).
Drei Froschlöffelgewächse, die für Bayern wichtig sind, sollen nachfolgend vorgestellt werden: Froschlöffel, Pfeilkraut und Igelschlauch (Das Froschkraut kommt nur im Norden Deutschlands vor!).

Gewöhnlicher Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica)

Der Gewöhnliche Froschlöffel ist eine mehrjährige, sommergrüne Sumpfpflanze mit einer 1-3,5 cm großen Knolle als Überdauerungs-organ. Er kommt weltweit vor und erreicht eine Höhe von 20-90 cm.   
Es werden Luft,- Schwimm- und Tauchblätter gebildet, die der jeweiligen Umgebung angepasst sind. So erscheinen die Schwimm- und Tauchblätter eher bandförmig (was leicht zu Verwechslungen
mit dem Lanzettförmigen Froschlöffel führen kann), während die langgestielten, bis zu 20 cm langen Luftblätter eiförmige Blattspreite aufweisen.
Die kleinen, weißen oder rosa Blüten wachsen stockwerkartig von Juni bis August am unbeblätterten Blütenstandsstängel. Bestäubt werden sie überwiegend von Schwebfliegen, da deren Larven im Wasser leben. Sie sind zwittrig, stehen in Dreiergruppen und öffnen sich erst gegen Mittag, was eine Abgrenzung zum Lanzettförmigen Froschlöffel erlaubt, der seine Blüten bereits morgens öffnet.
Die kältekeimenden Spaltfrüchte werden von Juli bis Oktober reif und verbreiten sich übers Wasser oder übers Gefieder von Wasservögeln.
Der Gewöhnliche Froschlöffel siedelt bevorzugt am Ufer von Weihern und Teichen in nährstoffreichen Schlammböden im seichten Wasser mit Sonnenlage.
In der kompletten Pflanze ist ein Milchsaft enthalten, der Hautirritationen hervorrufen kann. Zusätzlich enthält
die Wurzel noch einen Bitterstoff und ein scharfes, ätherisches Öl, das nach Veilchenwurzel riecht, aber giftig ist, für Weidevieh sogar tödlich giftig (nur Ziegen vertragen die frische Pflanze).  
Die getrockneten Blätter und Wurzeln wurden früher in der Heilkunde als Abführmittel verwendet.

Gewöhnliches Pfeilkraut
(Sagittaria sagittifolia)

Das Gewöhnliche Pfeilkraut, auch Pfeilblatt genannt, ist eine mehrjährige Wasserpflanze, die eine Höhe von
20-100 cm erreicht. Wie beim Froschlöffel sind auch beim Pfeilkraut die Blätter unterschiedlich geartet:
Die Tauchblätter erscheinen bandförmig, die Schwimmblätter oval und die Luftblätter schließlich pfeilförmig,
was der Pflanze zu ihrem Namen verholfen hat.
Von Juni bis August blüht der einhäusige Schlammwurzler, wobei die kleinen, weiblichen Blüten weiß sind und am dreikantigen Blütenschaft recht weit unten erscheinen, während die männlichen größer sind, sich an längeren Stielen befinden und außerdem einen violett-rötlichen Fleck aufweisen. Bestäubt werden die Blüten von Schwebfliegen und Insekten.
Die 3-5 mm langen, abgeflachten Flügelnüsschen verbreiten sich über das Wasser, Wasservögel oder durch den Wind. Daneben findet eine vegetative Vermehrung über kastaniengroße Sprossknollen statt, die sich im Herbst an den Ausläufern bilden und von einem Blatt umhüllt im Schlamm überwintern.
Das Gewöhnliche Pfeilkraut siedelt an stehenden oder langsam fließenden, kalk- und nährstoffreichen Gewässern im Uferbereich in einer Höhe bis 500 m. In der Sonne richten sich die unteren Blattzipfel gen Norden, was das Pfeilkraut zur Kompasspflanze macht.
In früheren Zeiten ergänzten die stärkereichen Knollen den Speiseplan.

Igelschlauch (Baldellia ranunculoides)

Der Igelschlauch ist eine meist winterharte Wasserpflanze, die bis zu 20 cm hoch wird. Die Blätter sind unter
der Wasseroberfläche bandförmig, während sie an der Luft eine Form aufweisen.
Von Juli bis Oktober erscheinen an einem langen, gebogenen Stängel die etwa 1 cm großen, weißen Blüten,
die jeweils aus drei Blütenblättern mit gezacktem Rand bestehen. Die hahnenfußähnlichen Samen werden vom Wasser oder im Gefieder von Wasservögeln verbreitet.
Der Igelschlauch wächst mit Vorliebe 10-30 cm eingetaucht (ab einem Wasserpegel von 40 cm fällt die Blüte aus)
in schattigen Uferbereichen stehender Gewässer in einer Höhe von bis zu 1500 m.
In Deutschland gehört der Igelschlauch zu den stark gefährdeten Arten und steht unter Naturschutz.
Der Igelschlauch wird gerne für die Bepflanzung von Biotopen oder Naturteichen von Gärtnereien angeboten.