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  • Naturlexikon

Hahnenfuß (Ranunculus)

Flutender Hahnenfuß
Flutender Hahnenfuß
© Sven Gaedtke | Quelle | Lizenz

Der Hahnenfuß gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und ist in über 300 Arten weltweit verbreitet.
Das lateinische Wort „ranunculus“ bedeutet so viel wie „Fröschlein“, und wurde wahrscheinlich deshalb gewählt, weil viele Hahnenfuß-Arten in der Nähe von Gewässern vorkommen, oder, weil die Früchte von der Form her an Kaulquappen erinnern. Der deutsche Name dagegen wurde wohl vergeben, weil die Blätter Vogelfüßen ähneln.
Die verschiedenen Hahnenfuß-Arten wachsen an trockenen, feuchten und nassen Standorten und sind unterschiedlich stark giftig.
Hier soll jeweils stellvertretend eine Hahnenfuß-Art, die den Sumpfpflanzen und eine, die den Wasserpflanzen zugehörig ist, vorgestellt werden.
Hierfür wurden der Zungen-Hahnenfuß und der Flutende Wasserhahnenfuß ausgewählt.  

Zungen-Hahnenfuß (Ranunculus lingua)

Der Zungen-Hahnenfuß, auch Großer Hahnenfuß, ist eine ausdauernde Sumpfpflanze mit Ausläufern,
die 60-120 cm hoch wird.
Die hohlen Stängel haben einen Durchmesser von etwa 1 cm und erscheinen bis auf den oberen Bereich kahl.
An den oberen Zweigen sitzen die lanzettlichen Stängelblätter an kurzen Stielen, während die langgestielten, länglichen Grundblätter von der Basis her in etwa auf gleicher Höhe wachsen.
Von Mai bis August sprießen jeweils 3-5 gelbe Blüten an einem Stängelende. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.
Die eiförmige, knapp 1 cm große Sammelfrucht enthält eine Menge kahler Nüsschen, die 2-3 mm lang sind und über eine ovale Form mit einem kurzem Schnabel verfügen. Diese verbreiten sich über das Wasser oder den Menschen.
Der Zungen-Hahnenfuß siedelt in Auwäldern, Mooren und Gräben auf nassen, nährstoffreichen Böden.
Er wird gerne als Zierpflanze für den Gartenteich verwendet.

Weitere Hahnenfußarten, die in Bayern an feuchten Standorten gedeihen:

Brennender Hahnenfuß (Ranunculus flammula)
Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)
Ufer-Hahnenfuß (Ranunculus reptans)
Wolliger Hahnenfuß (Ranunculus lanuginosus)
Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris)
Sumpf-Hahnenfuß (Ranunculus paludosus)
Gift-Hahnenfuß (Ranunculus scleratus) 
Eisenhutblättriger Hahnenfuß (Ranunculus acontifolius)
Platanenblättriger Hahnenfuß (Ranunculus platanifolius)

Flutender Wasserhahnenfuß (Ranunculus fluitans)

Der Flutende Wasserhahnenfuß ist eine ausdauernde, wintergrüne Wasserpflanze, deren Stängel eine Länge
von bis zu 6 m erreichen und die sich vermittels abgerissener Teile desselben weitervermehren können.
Die Blätter sind den Gegebenheiten im Wasser angepasst und erscheinen demnach als lange, dünne Fäden,
die parallel zueinander verlaufen und außerhalb des Wassers in sich zusammenfallen. Die mit dem Stiel verwachsenen Nebenblätter sind eiförmig und die Schwimmblätter fehlen vollständig.
Von Juni bis August sind die zwittrigen, etwa 2 cm großen, weiß-gelblichen Blüten über Wasser zu sehen,
wo sie sich entweder selbst bestäuben oder von Insekten bestäubt werden.
An aus dem Wasser ragenden Stängeln sitzen die Sammelfrüchte, die etwa 40-60 meist glatte Nüsschen enthalten. Diese sind ungefähr 1 mm groß und haben zwei Ausbuchtungen an der Seite.  
Der Flutende Wasserhahnenfuß siedelt am liebsten in kühlen, fließenden, sauerstoffreichen Gewässern, in denen
er häufig bestandsbildend auftritt. Dort produziert er Sauerstoff und bietet sich als Laichpflanze an. Allerdings kann er bei Austrocknung auch eine Landform entwickeln.

Weitere Hahnenfußarten, die in Bayern in Gewässern gedeihen:

Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß (Ranunculus aquatilis)
Efeublättriger Wasserhahnenfuß (Ranunculus hederaceus)
Schild-Wasserhahnenfuß (Ranunculus peltatus)
Pinsel-Wasserhahnenfuß (Ranunculus penicillatus)
Haarblättriger Wasserhahnenfuß (Ranunculus trichophyllus)