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  • Naturlexikon

Seerosengewächse (Nymphaeaceae)

Teichrose
Teichrose
© OliBac (Olivier Bacquet) | Quelle | Lizenz
Seerose
Seerose
© candiru | Quelle | Lizenz

Die Seerosengewächse sind ausdauernde Süßwasserpflanzen, die eine eigene Familie bilden. Zwei Untergattungen kommen in Bayern vor: Teichrosen (Nuphar) und Seerosen (Nymphaea). Anhand der Gelben Teichrose und der Weißen Seerose sollen die in Deutschland geschützten Seerosengewächse beschrieben werden.

Gelbe Teichrose
(Nuphar lutea)

Die Gelbe Teichrose, auch als Teichmummel oder Teichkandel bezeichnet, verfügt über einen 3-8 cm dicken, sehr giftigen, sich vegetativ vermehrenden Wurzelstock.
Die ovalen, mit tiefen Einschnitten versehenen Blätter erscheinen an bis zu 50 cm langen Stielen und ragen in seichtem Gewässer aus dem Wasser heraus, während sie in tieferem an der Oberfläche schwimmen. Diese Blätter sind imstande über Luftkanäle in den Stielen die Wurzeln mit Sauerstoff zu versorgen. Die nieren- oder herzförmigen Blattspreiten sind 15-30 cm lang und 10-20 cm breit.
Ebenfalls an 50 cm langen Blattstielen erscheinen von Juli bis September die zwittrigen, kugelförmigen, gelben, aus 5 Kelchblättern und bis zu 25 Kronblättern bestehenden Blüten, die einen Durchmesser von 4-12 cm haben.  
Diese öffnen sich mit den ersten Sonnenstrahlen am Morgen und schließen sich am frühen Nachmittag. Die stark duftenden, nektarhaltigen Blüten werden von Käfern und Fliegen bestäubt.
Die daraufhin entstehenden Balgfrüchte sind etwa 2,5 cm groß und enthalten olivgrüne, ovale, glatte, 5 mm große Samen, die sich übers Wasser verbreiten.
Die Gelbe Teichrose siedelt in stehenden und langsam fließenden Gewässern in Tiefen bis maximal 6 m. Anders als die Weiße Seerose verträgt sie Schatten.

Weiße Seerose (Nymphaea alba)

Die Weiße Seerose, auch häufig irrtümlich Wasserlilie genannt, ankert mit seilartigen, weit verzweigten Rhizomen im Gewässergrund.   
Die lang gestielten Blätter verfügen über dunkelgrüne, längliche, 10-25 cm große Blattspreite, die auf der Oberseite als Schutz wachsbeschichtet erscheinen. Auch die für die Sauerstoffzufuhr notwendigen Öffnungen befinden sich dort und versorgen sowohl Blatt- und Blütenstiele als auch die Wurzeln mit Luft.  
Von Juni bis September sind die gut duftenden, großen, weißen Blüten auf dem Wasser zu sehen. Sie haben einen Durchmesser von 9-12 cm, besitzen 4 grüne Kelchblätter und meist um die 20 weiße Kronblätter nebst einer Vielzahl von gelben Staubblättern. Gegen Abend und bei Regen schließen sich die Blüten. Die Bestäubung wird von Fliegen, Käfern und Hummeln vollzogen.
Die ovalen Früchte sind um die 3 cm, die Samen etwa 3 mm groß. Für die Verbreitung sorgen Wasservögel.
Die Weiße Seerose bevorzugt ruhige, ganz langsam fließende Gewässer mit schlammigen, nährstoffreichen Böden und siedelt in höchstens 3 m Tiefe.
In Deutschland steht sie unter Naturschutz.
Früher wurden die Samen gegen unkeusche Träume eingesetzt und die getrockneten Wurzeln in Notzeiten zu Mehl verarbeitet.