Sie verwenden einen veralteten Browser (Internet Explorer 6) mit Sicherheitsschwachstellen und können nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können
  • Naturlexikon

Flussmuscheln (Unionidae)

Flussmuschel
Flussmuschel © St. Anne Stiftung
(CC BY-NC-SA 3.0 DE)
Malermuschel
Malermuschel © St. Anne Stiftung
(CC BY-NC-SA 3.0 DE)

Große Flussmuschel (Unio tumidus)

Die Große Flussmuschel oder Aufgeblasene Flussmuschel ist mit einer Länge von 8-12 cm eine der größeren Süßwasser-Muscheln. Sie verfügt über ein nierenförmiges, schwarzes oder braunes Gehäuse. Vom hellen Weichkörper ragen ausschließlich die sich am Hinterteil befindliche Ein- und Ausströmöffnung heraus. Zudem besitzt sie zur Fortbe-wegung an der Unterseite einen bei Bedarf benutzbaren Fuß.
Sie siedelt vornehmlich in den von Wellen heimgesuchten Uferzonen von Seen auf sandigem Grund, kann aber auch in strömungsarmen Gewässern in bis zu einer Wassertiefe von einigen Metern gefunden werden.
Die Flussmuschel ist aufgrund mangelnder Wasserqualität vom Aussterben bedroht.
Ein Alter von bis zu 50 Jahren ist für sie nachgewiesen.

Gemeine Flussmuschel (Unio crassus)

Die Gemeine Flussmuschel ist besser bekannt unter dem Namen Bachmuschel, da sie mittlerweile fast ausschließlich noch in den oberen Regionen von Flüssen vorkommt, eben in den Bachläufen.
Sie wird mit bis zu 10 cm Länge ähnlich groß wie ihre Schwester,
die Große Flussmuschel. Auch sie besitzt einen Fuß zur Fortbewegung,
den sie aber zusätzlich zum Eingraben benutzt, wobei die Atemöffnung jedoch immer aus dem Sand ragt.
Die Bachmuschel ist mit 3-5 Jahren geschlechtsreif und bleibt es ihr Leben lang, allerdings mit fortschreitendem Alter nachlassend. Im Frühling beginnt die Laichzeit. Das männliche Sperma wird von den weiblichen Kiemen aufgenommen, wo sich die Larven in 3-6 Wochen entwickeln. Ende Juli verlassen die Larven die Muttermuschel
und setzen sich als Parasiten (Glochidien) in den Kiemen einiger Fischarten (z. B. Döbel, Dreistachliger Stichling, Rotfeder, Elritze, Flussbarsch und Mühlkoppe) fest, wo sie in weiteren 4-6 Wochen vollständig heranreifen, ohne den jeweiligen Wirtsfisch zu schädigen.
Als Nahrung werden feinste Schwebteilchen aus dem Wasser filtriert.
Die Bachmuschel wird für gewöhnlich 25-35 Jahre alt, kann aber auch ein Alter von bis zu 50 Jahren erreichen. 

Malermuschel (Unio pictorum) 

Die Malermuschel ist mit 7-9 cm eine etwas kleinere Flussmuschel als die beiden oben vorgestellten. Sie verfügt über eine dicke, grüngelbliche bis braune Schale.
Ihren Namen verdankt sie ihrer Funktion als Gefäß zur Farbanmischung für Maler.
Die Fortpflanzung erfolgt im Sommer. Dabei werden bei den Weibchen 300000-400000 Eier in den Kiemenräumen ausgebrütet. Die daraus resultierenden Larven sind etwa 0,25 mm groß und setzten sich über das Atemwasser ab, um auf den Grund des Gewässers zu sinken, wo sie von Fischen aufgenommen werden, bei denen sie sich als Parasiten in den Kiemen einnisten. Nach weiteren 3-11 Wochen ist ihre Weiterentwicklung in Muscheln abgeschlossen. Dann lösen sie sich von den Fischen und leben fortan meist halb versunken im Boden von stehenden oder langsam fließenden Gewässern, wo sie mit 3-4 Jahren geschlechtsreif werden.
Neben ihrer Rolle als Parasit dienen sie aber auch u.a. dem Bitterling, der seine Eier in sie hineinlegt, als Wirt.
Das Höchstalter der Malermuscheln wird mit 7-10 Jahren angegeben.