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  • Naturlexikon

Gänsesäger (Mergus merganser)

Gänsesäger-Männchen
Gänsesäger-Männchen
© Andrew Reding | Quelle | Lizenz
Gänsesäger-Weibchen mit Jungen
Gänsesäger-Weibchen mit Jungen
© pazaconyoman | Quelle | Lizenz

Vom Namen sollte man sich nicht täuschen lassen: Der Gänsesäger ist keine Gans oder ein gänsesägendes Tier, sondern ein Entenvogel. Den Namensbestandteil „-säger“ hat er aufgrund seines charakteristischen Sägeschnabels und seiner Zähne, die sich perfekt für den Fischfang eignen. 

Unter der Gattung der Säger, zu der etwa auch der Mittelsäger und der Schuppensäger gehören, ist er nicht nur von seinen Maßen her der größte. Zugleich ist er auch der häufigste Vertreter dieser Art.

In Bayern gab es in den 1970er Jahren nur noch sehr wenige Brutpaare; der Lebensraum des Gänsesägers war stark bedroht. Seit 1976 genießt er das ganze Jahr über Schonzeit von der Jagd. Deutschlandweit geht man heutzutage von 950 bis 1.100, in Bayern von 420 bis 550 Brutpaaren aus. Er gilt derzeit in Bayern als nicht gefährdet.

Schimmerndes Köpfchen

Den Kopf des Männchens assoziiert man mit einem grünlichen Schimmern, das bei Sonneneinstrahlung besonders auffällt. Dabei ist dies nur im Brutkleid zu sehen. Davon abgesehen sind der Kopf und der Rücken schwarz-grau, das restliche Gefier überwiegend weiß bis rosa. Der längliche, rote Schnabel mit schwarzer, nach unten gekrümmter Spitze, ragt hervor.

Gänsesäger-Männchen sind größer und wiegen auch mehr als ihr weiblicher Gegenpart. Männchen bringen es auf etwa 1,8 kg, Weibchen auf rund 1,4 kg. Die Größe der Tiere reicht von etwa 58 bis 66 cm. 

Zum Aussehen des Weibchens: Das Federkleid ist das ganze Jahr über grau, der Kopf mit Schopf braun gefärbt. Ist nicht gerade Brutzeit, befindet sich der männliche Gänsesäger im sog. Schlichtkleid, das weniger auffallend ist. In diesem Federkleid kann man die Geschlechter schwer auseinanderhalten. 

Fischreiche Ernährung

Flüsse und Seen stellen einen geeigneten Lebensraum für den Gänsesäger dar. In Bayern sind dies insbesondere schnellfließende Flüsse wie zum Beispiel die Lech oder die Isar. Aber auch Gewässer im Voralpenbereich sind beliebt. Diese Orte verlassen die Gänsesäger als Kurzstreckenzieher dann, wenn die Gewässer zugefroren sind.

Die Nahrung des Tieres ist sehr fischlastig, es frisst ca. 300 g Fisch am Tag. Besonders gern hat der Gänsesäger Fische, die bis etwa 10 cm lang sind. Für sie taucht das Tier bis zu zehn Meter in die Tiefe, wenn es sie nicht im flachen Gewässer erspäht.

Konkurrenzkampf

Während der Balz macht das Männchen mit einem eher unauffälligen „körr körr“ auf sich aufmerksam, das Weibchen reagiert mit einem „aik aik“. Kämpfe sind bei der Balz besonders unter den Männchen vorprogrammiert, da es mehr Männlein als Weiblein gibt. 

Die Brut findet in (Baum-)Höhlen statt. Gänsesäger konkurrieren untereinander bzw. mit anderen Vogelarten um die raren Brutplätze. Ebenso sind es Marder, Eulen, Waschbären und Käuze, die sich in den Höhlen wohlfühlen. 

Im Nest findet man zwischen April und Mai acht bis zwölf Eier. Nach nur ein bis zwei Tagen hüpfen die Küken aus dem Nest; anschließend leitet sie das Gänsesäger-Weibchen zum Gewässer. Für die Jungvögel stellen etwa die Rohrweihe oder der Habicht eine Gefahr dar. Adulte Gänsesäger werden auch von Feinden wie dem Seeadler, dem Uhu oder dem Wanderfalken gejagt.