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  • Naturlexikon

Rebhuhn (Perdix perdix)

Rebhuhn
Rebhuhn
© Frans Vandewalle (f_snarfel) | Quelle | Lizenz
Rebhuhn gut getarnt
Rebhuhn
© Frank Vassen | Quelle | Lizenz

Das Rebhuhn mag klein und unauffällig sein. Doch das etwa 30 Zentimeter lange Tier offenbart viele interessante Eigenschaften.

Sein oft als metallisch oder schnarrend bezeichneter Revierruf („kirreck“) ist unverkennbar. Wenn es zu fliegen beginnt, hört man ein „kerr-ititit“.

Wer hierzulande ein Rebhuhn erblickt, der hat Glück, denn die Population ist stark zurückgegangen. Der Naturschutzbund Deutschland bezeichnet das Rebhuhn nach wie vor als stark gefährdet. Schon 1991 erkannte man dies und machte das Rebhuhn zum Vogel des Jahres.

Bemerkenswerter Hufeisenfleck
Auffallend beim Rebhuhn ist nicht nur sein Ruf. Bemerkenswert ist zudem der rotbraun gefärbte Kopf des Tieres. Kennzeichnend ist auch ein dunkler Fleck in Hufeisen-Form auf dem Bauch. Den sieht man dann besonders gut, wenn es sich, etwa bei der Balz, aufrichtet. Seine Federn muss es regelmäßig trocknen und im Staub baden. Hahn und Henne haben eine ähnliche Farbe, man kann sie aber besonders an den Flügeldeckfedern auseinanderhalten: Das männliche Tier hat hierbei nur einen hellen Längsstrich, das weibliche mehrere Querstriche.

Der Hahn wiegt zwischen 290 und 430 Gramm. Die Henne bringt es auf ein Gewicht zwischen 300 und 470 Gramm. Auf Äckern, Wiesen oder Steppen fühlt sich das Rebhuhn wohl. Büsche oder Hecken bieten Schutz vor Feinden. Ist der Winter sehr schneereich, gräbt sich das Rebhuhn eine Schneehöhle. Darin hält es sich auch fast den ganzen Tag über auf.

Das Rebhuhn sieht man im Frühjahr und Sommer vor allem als Paar, im Winter bilden die Tiere größere, etwa 25 Tiere umfassende, Gruppen, auch Ketten genannt. Das Weibchen brütet, am häufigsten im Mai, die etwa 12 bis 15 Eier selbst aus. Der Hahn hält am Nest Wache.

Nahrung und Feinde
Das Rebhuhn frisst gerne wilde Kräuter oder Samen. Küken brauchen vor allem in der Anfangszeit Insekten als Nahrung. Aber diese finden sie in der heutigen Agrarlandschaft immer seltener, auch weil viele Pestizide und Düngemittel eingesetzt werden.

Obwohl das Rebhuhn zu den Hühnervögeln gehört und das Küken bereits nach ca. 13 bis 15 Tagen fliegen kann, bleibt es gerne auf dem Boden. Es ist durch sein mattes und graubraunes Gefieder sehr gut getarnt. Fühlt es sich bedroht, drückt sich das Tier auf den Boden. Muss es fliehen, kann es das ziemlich schnell. Zu den natürlichen Feinden rechnet man größere Greifvögel, Rotfüchse oder auch Wildkatzen.

Gefährdeter Lebensraum
Eigentlich findet man das Tier in Mitteleuropa seit man Ackerbau betreibt. Doch als man sich im 19. Jahrhundert von der Dreifelderwirtschaft verabschiedete, verschlechterten sich die Lebensbedingungen: Es gab immer weniger geeignete Schon- und Lebensräume und mehr landwirtschaftliche Maschinen, die die Tiere beeinträchtigten. So auch in Bayern.

Das Rebhuhn in Bayern
War es früher oft Teil des Jagdtreibens, jagt man heutzutage das Rebhuhn immer weniger. Die sogenannte Jagdstrecke hat in Bayern in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark abgenommen. Mit Jagdstrecke meint man in diesem Zusammenhang die Menge der Tiere, die man in einem bestimmten Jagdjahr erlegt hat. Sie liegt für das Jahr 2015 bei unter 2.000.

Bayernweit gibt es nur noch etwa 4.000 bis 8.000 Brutpaare. In dem Bundesland und darüber hinaus hat man verschiedene Schutzprojekte für das Tier gestartet, die ihm unter optimalen Bedingungen Lebensraum bieten und eine nachhaltige Zukunft sichern sollen.