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  • Naturlexikon

Wachtel (Coturnix coturnix)

Wachtel
Wachtel
© Ján Svetlík | Quelle | Lizenz
Wachteleier
Wachteleier
© Roberto Verzo | Quelle | Lizenz

Die Menschen haben in ihrem Leben vermutlich weitaus mehr Wachteleier als Wachteln selbst gesehen. Das liegt sicher daran, dass die Wachtel sehr unauffällig lebt, relativ klein und gut getarnt ist.

Die Wachtel ist in Europa, Asien und Afrika angesiedelt. Sie ist zwischen 15 und 20 Zentimeter groß und damit in Europa der kleinste lebende Hühnervogel. Unter den Hühnervögeln ist sie wiederum der einzige Zugvogel. Sie zieht es dabei jährlich im Herbst nach Nordafrika. Ansonsten bleibt sie meistens auf dem Boden. Die Wachtel ist Teil der Familie der Fasanenartigen und wiegt zwischen 90 und 110 Gramm.

Die Population des ohnehin selten anzutreffenden Vogels nimmt insbesondere in Mitteleuropa immer weiter ab. Nicht zuletzt deswegen jagt man das Tier in Deutschland schon seit vielen Jahren nicht mehr. In Bayern steht es auf der sog. Roten Liste. Dort führt man die Wachtel als gefährdet auf. Die Wachteln haben immer weniger Brutplätze. Gründe dafür sind unter anderem, dass man auf den Feldern viel düngt und Biozide einsetzt. Bayernweit schwankt die Zahl der Brutpaare zwischen 4.900 und 8.000.

 

Unauffälliges Äußeres

Mit seiner dem Rebhuhn nicht unähnlichen orangebraunen Färbung ist die Wachtel gut getarnt. Sie versteckt sich vorzugsweise in dichten Sträuchern oder Kräutern. Sie hält sich aber auch gerne in Steppenlandschaften oder auf Wiesen und Feldern auf.

Seitlich ist ihr Gefieder rotbraun und schwarz gestrichelt. Helle sowie dunkle Streifen, die unterschiedlich ausfallen können, kennzeichnen das Kopfmuster. Das Halsband ist beim Wachtel-Hahn weiß und ausgeprägt, beim Weibchen ist dies weniger sichtbar. Weiter kann man Männchen und Weibchen daran unterscheiden, wie die Brust gesprenkelt ist. Diese ist bei der Henne eher schwarz-braun gesprenkelt, beim Hahn dagegen rostbraun oder nur wenig gesprenkelt. Der kurze Schnabel krümmt sich nach unten. Mit Letzterem pickt es vor allem Samen und Insekten auf.

Polygamie und Aufzucht

Die Wachtel lebt polygam, d.h. sie beschränkt sich nicht auf einen einzigen Balzpartner. Während der Balz macht das ansonsten zurückgezogene Tier mit dem dreisilbigen Paarungsruf auf sich aufmerksam, dem Wachtelschlag. Den versteht man gemeinhin als „pick-wer-wick“. Das Weibchen reagiert mit einem „gru gru“.

Der Nestbau ist sehr spartanisch. Eine kleine Mulde reicht der Wachtel aus, die sie mit wenigen Gräsern ausstattet. Darin legt die Henne etwa 8 bis 13 Eier. Ca. 17 Tage später schlüpfen die Küken. Das Männchen beteiligt sich nicht an der Aufzucht der Jungen. Hält man Wachteln gefangen, können sie bis zu 5 Jahre alt werden, in freier Wildbahn etwa 2 Jahre.

So wie Wachteln selbst sind auch ihre Eier gut getarnt, damit Feinde sie nicht finden. Die Eier haben einen cremefarbenen Grundton, der mal heller und mal dunkler ausfallen kann. Ebenso sind die Sprenkel auf den Eiern unterschiedlich. Die Eier bringen 10 - 12 Gramm auf die Waage und man verspeist sie, und auch das Wachtelfleisch, immer noch als Delikatessen.