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  • Naturlexikon

Wolf (Canis lupus lupus)

Wölfe unter sich
Wölfe unter sich
© Rerun van Pelt | Quelle | Lizenz

Der Wolf war als Urahn aller Haushunde und zweitgrößtes Raubtier in Europa dem Menschen lange Zeit ein gefürchteter Feind, so dass er ihn kurzerhand auszurotten versuchte. Zu weiten Teilen gelang dem Menschen das auch und der Wolf verschwand aus vielen Gebieten. In Bayern war der Wolf bereits im 19. Jahrhundert ausgestorben. Durch vermehrte Naturschutzmassnahmen und Artenschutzabkommen wird der Wolf jedoch heutzutage wieder in seinen ehemaligen Revieren willkommen geheißen. Seit einigen Jahren nun sind vermehrt Wölfe gesichtet worden und es wird von einer erneuten Ansiedelung ausgegangen. Bis zu 40 Rudel heißt es, könnten alleine in Bayern ihr neues Zuhause finden.
Wölfe nehmen für sich feste Territorien in Anspruch, die Hunderte von Quadratkilometern groß sein können. Das besetzte Gebiet markieren sie mit Urin und Kot. Durch Heulen grenzen sie ihr Revier ab und nehmen Kontakt zu anderen Wölfen auf.
Wölfe pflegen in einem sozialen Gefüge zu leben, das aus den Elterntieren und Nachkommen aus den vorangegangenen Jahren besteht. Dabei schwankt die Rudelgröße je nach Lebensraum zwischen drei und – in seltenen Fällen – 20 Tieren. Häufig gibt es auch Wölfe, die als Einzelgänger herumziehen. Das sind dann entweder Jungtiere, die aus dem Rudel gedrängt wurden und auf der Suche nach einem Partner sind, oder aber es handelt sich um die rangniedrigsten Tiere eines Rudels, die lediglich auf Distanz zu den höher gestellten Tiere der restlichen Gruppe gehen.
Die Rangordnung innerhalb eines Rudels besteht aus einem dominanten Paar, das die Aktivitäten hinsichtlich von Jagd, Revierverteidigung und -abgrenzung sowie Fortpflanzung vorgibt. Die untersten Ränge bekleiden die einjährigen Tiere und die Welpen, weshalb die Jungtiere meist mit 1-3 Jahren abwandern. Einige siedeln sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur ehemaligen Gruppe an, andere dagegen begeben sich viele hundert Kilometer weit weg.
Die Körperlänge und das Gewicht von Wölfen kann je nach ihrem Vorkommen in kalten oder warmen Gebieten sehr stark variieren: Das Spektrum reicht von 80 bis 160 cm Kopf-Rumpf-Länge und 25 bis 80 kg.
Das Fell des Wolfes kann alle Brauntöne aufweisen und über weiße und schwarze Färbungen verfügen.
Wölfe sind reine Fleischfresser und sie erbeuten alles von der Maus bis zum Elch, je nachdem, was gerade verfügbar ist. In Europa fressen sie hauptsächlich Hirsche, Rehe, junge Wildschweine und Nutztiere, wie Schafe und Ziegen. Gelegentlich stellen Wölfe auch Reptilien, Vögeln und sogar Insekten nach. Ist Nahrung rar, kann es vorkommen, dass Wölfe Müllhalden nach Essbarem durchstöbern. Der Hunger lässt sie sogar zu Aasfresser werden. Ein ausgewachsener Wolf nimmt täglich insgesamt ungefähr vier Kilogramm Fleisch zu.
Die Paarungszeit (auch Ranzzeit genannt) fällt auf den Spätwinter und das zeitige Frühjahr. Während dieser Zeit finden im Rudel Machtkämpfe und eine Überprüfung der Rangordnung statt. Nach etwa neun bis elf Wochen Tragzeit bringt die Wölfin in einer Höhle ein bis zwölf Welpen zur Welt, deren Aufzucht gemeinsam vom Rudel durchgeführt wird.