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  • Naturlexikon

Eintags- und Steinfliegen (Ephemeroptera und Plecoptera)

Eintagsfliege
Eintagsfliege
© Donald Hobern | Quelle | Lizenz
Steinfliege
Steinfliege
© Lindsey (eccentricvirgo) | Quelle | Lizenz

Eintagsfliegen (Ephemeroptera)

Eintagsfliegen bevölkern bereits seit über 250 Mio. Jahren die Erde. Weltweit existieren mehr als 3000 Arten, wovon in Bayern etwa 100 vorkommen.
Die Körpergröße der Eintagsfliegen schwankt zwischen 3-40 mm bei einer Flügelspannweite von höchstens 8 cm.
Das Leben der Eintagsfliegen beginnt als Larve im Wasser. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu den ausgewachsenen Tieren werden sie auch als Nymphen bezeichnet. Sie verfügen jedoch weder über Flügel noch über Begattungsorgane. Die Flügel entwickeln sich erst nach 15-25 Häutungen bei der Sub-Imago, welche sich -im Tierreich einmalig- nochmals zur geschlechtsreifen Imago an der Wasseroberfläche oder an Land verwandelt.  
Im Larvenstadium besitzen alle Eintagsfliegen Kiemen, Facettenaugen und funktionstüchtige Mundwerkzeuge. Sie ernähren sich von pflanzlichen Stoffen oder von Mückenlarven.
Eintagsfliegenlarven leben entweder schwimmend, im Schlamm wühlend oder an Steinen.
Sie verfügen in der Regel über drei Hinterleibsfäden im Gegensatz zu den Steinfliegenlarven, die nur zwei besitzen. Auch besitzen sie bewegliche Kiemenplättchen, die bei den Steinfliegen nicht vorhanden sind.
Die erwachsenen Fliegen leben meist nur wenige Minuten bis Tage und haben einzig und allein den Zweck, sich fortzupflanzen. Sie besitzen zurückgebildete Mundwerkzeuge und der Darm, der sich nicht mehr ernährenden Tiere, ist mit Luft angefüllt, was ihn zu einer skelettartigen Stütze werden lässt.
Bei den relativ großen, geaderten Flügeln erscheint der vordere größer als der hintere, der teilweise auch vollständig zurückgebildet ist. Obwohl die ständig ausgeklappten Flügel nicht miteinander verbunden sind, erfolgt der Flügelschlag gleichzeitig.
Die Männchen bilden zweigeteilte Facettenaugen aus, die sogenannten Turbanaugen. Daneben haben sie verlängerte Vorderbeine und Greifarme, um die Weibchen beim Geschlechtsakt festzuhalten. Zumeist gibt es pro Jahr eine neue Generation, in Ausnahmefällen aber auch bis zu drei. Die Eier werden zumeist in Fließgewässern (deutlich mehr in Bächen als in Flüssen) abgelegt, was zugleich ein Indikator für gute Wasserqualität darstellt.


Steinfliegen (Plecoptera)

Die Steinfliegen sind Funden zufolge um die 300 Millionen Jahre alt. Insgesamt gibt es weltweit an die 3500 Arten, von denen in Bayern etwas mehr als 100 vorkommen.     
Durchschnittlich erreichen sie eine Körpergröße von 3-30 mmm. Der Körper erscheint zumeist  länglich walzenförmig, platt und weich. Viele Steinfliegenarten sind dunkel eingefärbt, einige wenige dagegen gelblich mit schwarzem Muster. Die stark geaderten Flügel -sofern vorhanden- sind transparent oder bräunlich und können am Rücken über Kreuz angelegt werden. Bei fast allen Steinfliegen handelt es sich sowohl schlechte Flieger als auch Schwimmer. Bei vielen Männchen sind zudem die Flügel verkümmert und somit unbrauchbar.
Steinfliegen besitzen eine dreigliedrige Brust, ein langgestrecktes Hinterteil (bei den Männchen mit Begattungsorganen versehen) und dünne Beine, wobei die Hinterbeine länger als die vorderen erscheinen.
Der meist breit gehaltene Kopf verfügt über zwei lange Fühler, die die Hälfte der eigenen Körperlänge erreichen können. Neben gewölbten Facettenaugen sind drei Punktaugen vorhanden. Kauend-beißende Mundwerkzeuge ermöglichen den kleineren Arten von Steinen Algen abzutragen oder Laub zu sich zu nehmen, den größeren Arten auch Mücken- oder Fliegenlarven zu fressen.
Das Larvenstadium spielt sich überwiegend in kalten, sauerstoffreichen und manchmal auch sauren Gewässern ab und kann sich über mehrere Jahre erstrecken, in denen bis zu 25 Häutungen stattfinden bis sie final zum Imago werden, der das Wasser verlässt, allerdings meist nicht mehr als 50 m vom Stammgewässer sich am Boden vermehrt. Über den sogenannten Substratschall, bei dem das Männchen mit klopfendem Hinterteil Schwingungen auf fester Materie erzeugt und das Weibchen diese beantwortet, finden die Geschlechter zueinander. Die Eiablage erfolgt wiederum auf der Wasseroberfläche.
Im Gegensatz zu den Eintagsfliegen nehmen die ausgewachsenen Steinfliegen in ihrer maximal wenige Wochen andauernden Lebensspanne Nahrung zu sich.