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  • Naturlexikon

Hautflügler (Hymenoptera)

Biene
Biene
© Markus Trienke | Quelle | Lizenz
Wespe
Wespe
© Jevgenijs Slihto | Quelle | Lizenz
Ameise
Hornisse
© Jürgen Mangelsdorf | Quelle | Lizenz
Hummel
Hummel
© Marcus T. Ward | Quelle | Lizenz
Ameise
© Thomas Quine | Quelle | Lizenz

Die Hautflügler gelten als die am höchsten entwickelten Insekten und sind mit weltweit über 100.000 und in Deutschland mit etwa 10.000 verschiedenen Arten vertreten, von denen vor allem die staatenbildenden Gruppen wie Honigbienen, Ameisen und Hummeln, aber auch Wespen und Hornissen jedem geläufig sein dürften.

Hautflügel nicht bei allen Arten

Das Hauptmerkmal der Hautflügler sind 4 feine, durchsichtige Hautflügel, die allerdings innerhalb der einzelnen Arten nicht immer vorhanden sind, so z. B. bei den Ameisenarbeiterinnen und den Ameisenwespenweibchen. Grundsätzlich sind bei den beiden Flügelpaaren die Hinterflügel kleiner als die Vorderflügel und werden im Flug mit Borsten ineinander verkoppelt.

Im Gegensatz zu den Zweiflüglern verfügen die Hautflügler nur über eine geringe Flügeladerung. Meist sind sie nur anhand von der dunklen Randader an der Innenseite der Vorderflügel und Flügelmalen am vorderen Flügeldrittel verbindlich zu bestimmen. Der äußerst bewegliche Körper umfasst den zumeist gestielten Hinterleib, der dicht an die Brust angeschlossen ist, und teilweise eine gut sichtbare Abschnürung, die Wespentaille, aufweist.

Beweglicher Kopf

Auch der Kopf, der wie an einem Zapfen am Körper angefügt ist, erscheint sehr beweglich. Die Mundwerkzeuge bestehen aus einer an den Oberkiefer angewachsenen Unterlippe, die eine saugende oder leckende Ernährung erlaubt, und dem Unterkiefer, der für das Kauen und Beißen zuständig ist und nicht für die Ernährung sondern für den Nestbau oder zur Feindesabwehr eingesetzt wird.  
Die Anzahl der fast immer fadenförmigen Fühler schwankt beträchtlich, auch innerhalb der einzelnen Arten, wobei die Männchen meist mehr als die Weibchen besitzen.    

Weibliche Hautflügler verfügen entweder über eine Legeröhre oder einen Stachel, in ersteren Fall spricht man von Legieren, in letzteren von Stechimmen.
Die Hautflügler durchlaufen eine vollkommene Verwandlung (Holometabolie) vom Ei über die Larve zur Puppe bis zu geschlechtsreifen erwachsenen Tier, der Imago. Als Larven treten Afterraupen (Pflanzenwespen) und kopf- und fußlose Maden (Tailenwespen) auf.

Honiglieferanten und Gesundheitspolizisten

Viele Tailenwespen gelten als wichtige Pflanzenbestäuber und Honiglieferanten, während die Schlupfwespen zur Ungezieferbekämpfung und zur Serengewinnung bei der Medikamentenherstellung eingesetzt werden. Ameisen indessen dienen als Gesundheitspolizei, indem sie Böden belüften, Samen verbreiten, Aas verzehren, das Gefieder von Vögeln reinigen und die Vermehrung von Schädlingen verhindern. Insgesamt spielen also die Hautflügler eine sehr wichtige Rolle für das ökologische Gleichgewicht. 

In Bayern gibt es über 600 verschiedene Pflanzenwespen, mehr als 70 Faltenwespen, über 450 Bienenarten, mehr als 200 Grabwespen, über 80 Wegwespen und mehr als 80 Ameisenarten.