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  • Naturlexikon

Holzbohrer (Cossidae)

Blausieb
Blausieb
© Ilia Ustyantsev (Cossus) | Quelle | Lizenz

Wie man dem Namen dieser Schmetterlings-Familie nach vermuten kann, handelt es sich hierbei um Schädlinge. Diese bohren sich im Raupenstadium (der Zeitspanne zwischen dem Ei und dem ausgebildeten Falter) durch verschiedene Holzsorten um diese als Nahrung zu sich zu nehmen.

Blausieb (Zeuzera pyrina)

In Bayern findet man den Schmetterling etwa im Bayerischen Wald bei Eging oder Vilshofen sowie im Mündungsgebiet der Isar. Die Weibchen erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 60 mm, wobei die Männchen mit etwa 16 mm wesentlich kleiner sind. Auf den Flügeln, welche die Grundfarbe Weiß haben, sind viele schillernde dunkelblaue Punkte. 

Die Fühler bei den Weibchen sind komplett fadenförmig. Bei den Männchen sind diese am Kopf bis zur Hälfte beidseitig gekämmt, was vom Aussehen stark an eine Feder erinnert.

Gänge bis zu 40 cm Länge

Das Weibchen des Blausiebs legt bis zu 800 Eier in Wunden der Wirtspflanzen oder auch Rindenritzen. Dabei bevorzugt der Schmetterling Ahorn, Rosskastanie, Birke, Weißdorn und Rhododendron, auch wenn in der Fachliteratur weit über 100 verschiedene Pflanzen genannt werden. Die Larven bohren in ihrer Entwicklung Gänge von bis zu 40 cm Länge, diese meist in kleineren Ästen maximaler Stärke von 10 cm. 

Am unteren Ende des gebohrten Ganges befindet sich die sogenannte Puppenkammer. Diese ist mit einem sehr lockeren Gespinst ausgekleidet. In der Kammer überwintert die Raupe, stets geschützt vor den tiefen Temperaturen im Winter.

Die Raupen selbst entwickeln sich bis zu einer Länge von 6 cm, sind gelb gefärbt und besitzen schwarze Warzen am Körper.  Ebenfalls sehr markant ist ein dunkles Nackenschild direkt hinter dem Kopf der Raupe, welches aus Chitin besteht. Dadurch ist es sehr fest und stellt einen Schutz gegen Fressfeinde dar.

Die Entwicklung zum Falter

Nach einer zwei- bis dreijährigen Entwicklungszeit verpuppt sich die Raupe im Frühjahr. Dies dauert so lange, da sie aus ihrer Hauptnahrungsquelle, dem Holz, relativ wenig Energie beziehen können. Mit Hilfe von Dornen, welche sich am Hinterleibsende der Puppe befinden, kann sich diese in ihrem Gang auf und ab bewegen. Zum Schlüpfen kriecht sie nach oben und durchstößt einen aus Spänen und gesponnene Fäden hergestellten Pfropfen an der Öffnung. Der nachtaktive Falter fliegt etwas mehr als zwei Monate von Juni bis Anfang August. 

Wie man die Raupe bekämpft

Die Raupen stellen vor allem für junge Bäume eine Bedrohung dar. Auf Obstplantagen können sie für großen Schaden sorgen: Blätter und Triebe verwelken rasch und die betroffenen Partien sterben bald ab.

Für gewöhnlich bekämpft man die Raupe des bekannten Schädlings, indem man das befallene Geäst absägt und verbrennt oder den Gang mit einem langen Draht durchsticht. Denn durch das Absterben einzelner Äste steigt die Gefahr, dass diese bei starkem Wind abbrechen.