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  • Naturlexikon

Libellen (Odonata)

Adonislibelle
Frühe Adonislibelle
© eike (dr. friendly) | Quelle | Lizenz
Mosaikjungfer
Herbst-Mosaikjungfer
© Volkmar Becher (vobebis) | Quelle | Lizenz

Die Libellen sind in Bayern mit über 50 Arten vertreten, weltweit gibt es über 5500. Ihre Anwesenheit auf der Erde beläuft sich auf über 200 Millionen Jahre.
Der Name stammt wohl vom italienischen Wort libella, das Wasserwaage oder Hammerfisch bedeutet und an die ähnliche Form gemahnen soll. Die lateinische Bezeichnung odonata weist dagegen auf ihre bezahnten Mundwerkzeuge hin.
Ihre Flügelspannweite kann für gewöhnlich zwischen 20 und 110 mm betragen, es gibt allerdings auch einige wenige größere exotische Arten.
Das Besondere an den Libellen ist ihr Flugapparat. Dabei handelt es sich um zwei ungefähr gleich große Flügelpaare, die unabhängig voneinander bewegt werden können, was schnelle Richtungswechsel und einigen Arten sogar ein Rückwärtsfliegen erlaubt. Aufgrund des fehlenden Flügelgelenks können sie die Flügel nicht an den Körper anlegen. Ihre  Höchstgeschwindigkeit liegt bei 50 km/h bei nur ca. 30 Schlägen pro Minute.
Die für die Einzelartbestimmung aufschlußreiche Flügeladerung ist äußerst aufwändig gehalten und stützt das Flugverhalten, genauso wie die die zentralen Knotenpunkte der Adern, die ein Abknicken verhindern.
Der auffällig von der Brust getrennte Kopf ist sehr beweglich und verfügt über Facettenaugen, in denen sich mehr als 30.000 Einzelaugen befinden können. Zusätzlich befinden sich darüber noch 3 Punktaugen, die der Balance und der Flugkontrolle dienen, was sie wohl zu den Insekten mit den besten Sehorganen macht.
Die kurzen, achtgliedrigen Fühler sind mit Borsten und Sinneshaaren besetzt.
Der wie bei allen Insekten dreiteilige Mittelkörper besteht hinten aus zwei größeren und schräg zum ersten, vorderen Brustteil angelegten Elementen, die die typisch gekrümmte Libellenhaltung verursachen. Der lange, zehnteilige Hinterleib sorgt wiederum für eine bessere Flughaltung. Männchen haben dort zusätzlich eine Greifzange und ihre Geschlechtsorgane ausgebildet, die Weibchen den Eiablageapparat (Ovipositor), mit denen sie zusammen während der Paarungszeit ein sogenanntes Paarungsrad bilden.    
Die Libellen sind bei ihrer Eiablage oft an spezielle Wasserpflanzen gebunden, in deren Rinde oder Blätter die Eier abgelegt werden. Aus ihnen schlüpfen zunächst Prolarven, die fast sofort zur ersten Häutung schreiten. Mit einer ausgebildeten Fangmaske stellen die Larven dann im Wasser effektive Räuber dar, die Mückenlarven, Krebse, Kaulquappen oder Insekten jagen.
Die Larven der beiden großen Familien der Großlibellen (Anisoptera) und der Kleinlibellen (Zygoptera) lassen sich gut anhand ihrer Kiemen unterscheiden. Während die Kleinlibellen  Kiemenanhängsel am Hinterleib (Tracheenkiemen) besitzen, haben die Großlibellen ihre Kiemen im Hinterleib versteckt (Rektalkiemen).
Das Larvenleben umfasst je nach Art eine Dauer von 3 Monaten bis 5 Jahren, in der sie sich über zehnmal häuten. Die letzte Häutung erfolgt in unmittelbarer Nähe zu den meist ruhigeren Gewässern, wo eine leicht auf die Art zu schließende Larvenhülle (Exuvie) zurückgelassen wird.
Die erwachsenen Tiere leben dann meist noch mal 2-8 Wochen, bis auf die Winterlibellen, die 10-11 Monate existieren können, die meiste Zeit allerdings in Kältestarre.
Libellen stehen unter Naturschutz und viele Arten gelten als stark gefährdet, da die Gewässer immer mehr verschmutzt werden oder Pflanzenbestände, auf die sie angewiesen sind, zurückgehen. Zudem besitzen sie viele Fressfeinde.
Libellen sind entgegen vieler irrtümlicher Gerüchte für den Menschen vollkommen harmlos, sie beißen höchsten bei großer Gefahr.