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  • Naturlexikon

Schwimmkäfer

Acilius canaliculatus (von oben)
Acilius canaliculatus (von oben)
© Wim Rubers | Quelle | Lizenz
Acilius canaliculatus (von unten)
Acilius canaliculatus (von unten)
© Wim Rubers | Quelle | Lizenz

Schwimmen, tauchen, fliegen: Schwimmkäfer sind sehr vielseitig talentiert: Ihre Hinterbeine können sie bestens zum Rudern in Gewässern einsetzen. Doch allzu häufig sieht man die Schwimmkäfer, zumindest die kleineren Exemplare, garnicht schwimmend an der Wasseroberfläche. Sofern nämlich ausreichend Pflanzen vorhanden sind, bieten ihnen diese genügend Sauerstoff um unter Wasser zu atmen. So tauchen sie teils wochenlang ab. Größere Schwimmkäfer hingegen müssen öfter Luft holen und packen sich einen Vorrat an Sauerstoff unter ihre Flügeldecke. Sollte das Gewässer mal drohen auszutrocknen oder sollte die Nahrung ausgehen, fliegen die Schwimmkäfer einfach zum nächsten. Manche Arten fühlen sich schon in einem Tümpel, manche erst in einem See wohl.

Zwischen 2 und 44 mm groß
Was die Größe angeht, gibt es bei den Schwimmkäfern eine große Spannbreite: Manche Exemplare wie der Bidessus unistriatus sind teils keine 2 mm groß, wohingegen z.B. der Breitrand (Dytiscus latissimus) eine Größe zwischen 36 und 44 mm erreicht.

Fleischfresser

Schwimmkäfer sind übrigens Fleischfresser, sie ernähren sich unter anderem von Kaulquappen, Insektenlarven oder Aas. Im Gegensatz zu den Käfern können die Larven ihre Beute nicht fressen, sie lähmen diese stattdessen und verflüssigen sie durch ein Sekret und saugen sie schließlich auf.  

Bestand in Bayern     
Die rote Liste gefährdeter Wasserkäfer Bayern führt an, dass es ingesamt 362 Arten dieser Käfer gibt. Die Familie der Schwimmkäfer ist aber nur ein Teil der übergeordneten Bezeichnung Wasserkäfer. Jedenfalls sind über 40 Prozent der Wasserkäfer in Bayern auf dieser Liste in verschiedenen Gefährdungskategorien zu finden. Das liegt vor allem daran, dass Lebensräume dieser Insekten, insbesondere Kleingewässer, verloren gehen. Auch darf man nicht vergessen, dass Düngemittel, die Stickstoff oder Phosphor enthalten, eine Bedrohung für das Ökosystem Wasser darstellen. Häufig sichtet man hingegen (noch) Käfer wie den Gelbrandkäfer (auch Gemeiner Gelbrand, Dytiscus marginalis genannt).

  • Acilius canaliculatus

Für diesen Schwimmkäfer gibt es keinen deutschen Namen. Er ist um die 15 mm groß und liegt damit knapp im Mittelfeld, was die durchschnittliche Größe von Schwimmkäfern betrifft. Charakteristisch sind seine kontrastreichen Zeichnungen am Kopf sowie am Halsschild. Die Hinterbeine haben eine gelbrote Färbung. Er muss regelmäßig für neue Luftreserven sorgen, indem er an die Wasseroberfläche schwimmt. Er packt sich einen Sauerstoffvorrat unter seine Flügeldecken.

Räuberisches Fressverhalten
Sein Fressverhalten beschreibt man als räuberisch: Er greift sich Insektenlarven und Würmer, gelegentlich frisst er aber auch Aas. Sein typischer Lebensraum sind kleinere stehende Gewässer, insbesondere Moore. Der Bestand des Käfers gilt als "gefährdet", man listet ihn dementsprechend auf der Roten Liste der gefährdeten Wasserkäfer Bayerns.