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  • Naturlexikon

Weißlinge (Pieridae)

Aurorafalter (Flügeloberseite, Männchen)
Aurorafalter (Flügeloberseite, Männchen)
© Dennis | Quelle | Lizenz
Aurorafalter (Flügelunterseite, Männchen)
Aurorafalter (Flügelunterseite, Männchen)
© Vlad Proklov | Quelle | Lizenz
  • Aurorafalter (Anthocharis cardamines)

Mit diesem Schmetterling  verbindet man die Vorfreude auf den Frühling: Der Aurorafalter fliegt zwischen Anfang April bis Juni. Ein Hingucker ist er zudem. Die Männchen sind als weißliche Falter mit orangeroten Oberflügel-Enden  unverkennbar, die Weibchen dagegen werden bei einem flüchtigen Blick mit anderen Weißling-Arten verwechselt: bei ihnen fehlt die markante rote Färbung. Bei beiden Geschlechtern findet sich aber an der Unterseite der Flügel ein grüngelb-geflecktes Muster. Dieses Muster grenzt sie wiederum von den übrigen Weißlingen ab. Die Flügel haben eine Spannweite zwischen 35 und 45 Millimetern. 

Nahrung und Tarnung
Die Raupe ernährt sich besonders vom Wiesenschaumkraut, der Knoblauchsrauke und verschiedenen Kreuzblütler-Arten. Entsprechend legt das Weibchen die grünweißen, länglichen Eier in den Knospenbereich jener Pflanzen; dies geschieht im Mai. Die Raupen sind durch das Gegenschattierungs-Prinzip (auch als Thayer-Prinzip bekannt) gut getarnt. So sind die Ober- und Unterseite ihres Körpers unterschiedlich hell gefärbt. Dieses Tarnprinzip der Kontrastverminderung des Schattens kennt man von vielen anderen Insekten und Wirbeltieren.
Nach der Verpuppung folgt eine Ruhezeit, die zehn Monate andauert. Regt sich die erste Wärme im Jahr darauf, schlüpfen die Tiere. Gerne fliegen sie Wiesen an, die sowohl trocken als auch feucht sein können; ebenso sichtet man sie in lichten und feuchten Waldstücken.

Noch gibt es ihn häufig
Der Aurorafalter kommt häufig und europaweit vor und wird als nicht gefährdet eingestuft; in Bundesländern wie Bayern geht der Bestand aber - wie es leider eine bundesweite Entwicklung ist - zurück. Dies liegt unter anderem daran, dass dort in der Landwirtschaft oft vollständig gemäht wird.


Baum-Weißling (Männchen)
Baum-Weißling (Männchen)
© Olaf Leillinger | Quelle | Lizenz
Baum-Weißling (Raupe)
Baum-Weißling (Raupe)
© Ilia Ustyantsev (Cossus) | Quelle | Lizenz
  • Baum-Weißling (Aporia crataegi)


Ein schöner Kontrast: Es sind besonders die dunkelschwarzen Adern auf den weißen Flügeln des Männchens, die den Baum-Weißling zu einem Hingucker machen (bei den Weibchen sind die Adern eher bräunlich und die Flügel sind auch nicht so stark geschuppt wie bei den Männchen). 

Zudem haben die Männchen einen dunklen Fleck auf der Diskoidalquerader, die sich etwa in der Mitte des Vorderflügels befindet. Die Flügelspannweite bewegt sich zwischen 60 und 80 Milimetern.
 Den Anblick des Schmetterlings aus der Familie der Weißlinge dürfte man aber immer weniger genießen können: Der Bestand ist stark gefährdet, er steht auf der Roten Liste. So ist er nur noch selten zu sehen, etwa im Nationalpark Bayerischer Wald.

Lebensraum und Futterpflanzen

Der Lebensraum des Baumweißlings befindet sich in sonnigen Lagen mit Gebüschen, insbesondere ist dies offenes Gelände mit vielen Disteln. Diese gehören auch zu seinen bevorzugten Futterpflanzen. Daneben ernährt er sich etwa vom Ewigen Klee (auch als Luzerne bekannt) oder dem Roten Hartriegel. Man sichtet den Schmetterling zudem gelegentlich an feuchten Stellen, an denen er sich niederlässt und Mineralien aufnimmt.



Kennzeichen der Raupen

Das Weibchen legt die gelblichen Eier (etwa 70 bis 90) bevorzugt am Eingriffligen Weißdorn ab. Diese schlüpfen nach gut zwei Wochen. Die Raupen sind gekennzeichnet durch ihre schwarz-orangenen Muster und die zahlreichen gräulichen Härchen.

 Man findet sie in der Natur ab August bzw. September und anschließend an die Überwinterung im April und Mai. Der Schmetterling fliegt in einer Generation, ca. Mitte Mai bis Ende Juli. 





Alpen-Gelbling
Alpen-Gelbling
© Gilles San Martin | Quelle | Lizenz
  • Alpen-Gelbling (Colias phicomone)

Wer ihn finden will, muss hoch hinaus: Der Alpen-Gelbling ist, wie sein Name bereits andeutet, nur in den Alpen heimisch. Der Tagfalter gehört zu den sog. endemischen Arten, die ausschließlich in einer bestimmten Region vorkommen. Fundorte in Bayern sind unter anderem der Taubenstein im Mangfallgebirge (Bayerische Alpen) auf etwa 1650 m Höhe.

Aussehen
Hinsichtlich der Spannweite der Flügel liegt der Schmetterling zwischen 40 und 50 mm. Die Flügeloberseite bei den Männchen hat eine grüngelbe Farbe, auf dem Vorderflügel findet sich ein schwarzer, auf dem Hinterflügel ein eher rötlicher Fleck. An der Unterseite der Vorderflügel ist der Alpen-Gelbling überwiegend weiß - mit gelben Partien an den Rändern. Die Flügel haben rosa-rote Ränder. Beim Weibchen sind die Farben teils heller und unreiner. Die ausgewachsene Raupe hat eine grüne Grundfarbe mit gelben, durchgehenden Seitenstreifen. Sie frisst die Blätter von unterschiedlichen Schmetterlingsblütlern wie Wicken, Hornklee oder Hufeisenklee.

Zweite Generation möglich
Normalerweise fliegt nur eine Generation dieses Schmetterlings, und zwar zwischen Anfang Juni und Ende August. Sollte es allerdings ein sehr warmes Jahr werden, ist auch eine 2. Generation im September möglich. Von dieser 2. Generation gibt es aber nur eine geringe Zahl an Exemplaren.  

Selten, aber nicht bedroht

Der Alpen-Gelbling findet sich auf der Roten Liste gefährdeter Tagfalter (Lepidoptera: Rhopalocera) Bayern in der Kategorie R, sprich "Extrem seltene Arten mit geographischer Restriktion". Wichtig ist aber zu erwähnen, dass man ihn zwar nicht explizit als gefährdet aufführt, man aber trotzdem besonders auf Flora und Fauna im Alpenraum achten soll, wenn man etwa als Tourist dort unterwegs ist. Zudem ist das Ökosystem Alpenraum besonders durch den Klimawandel betroffen, was man z.B. am zunehmenden Abschmelzen von Gletschern festmachen kann.