Sie verwenden einen veralteten Browser (Internet Explorer 6) mit Sicherheitsschwachstellen und können nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können
  • Naturlexikon

Zweiflügler (Diptera)

Schmeißfliege
Grüne Schmeißfliege
© gbohne | Quelle | Lizenz
Stechmücke
Stechmücke
© Kjetil Fjellheim | Quelle | Lizenz
Schwebfliege
Schwebfliege
© Kjetil Fjellheim | Quelle | Lizenz

In Deutschland existieren etwa 1000 verschiedene Arten von Zweiflüglern (im Vergleich: weltweit sind es an die 160.000 Arten!), deren Besonderheit die Ausprägung des vorderen Flügelpaars ist, während die Hinterflügel als Schwingkölbchen (Halteren) reduziert erscheinen.
Alle Zweiflügler verfügen über oftmals farbenprächtige Facettenaugen und 3 Augen im Stirnbereich (Oscellen). Auch fallen mehr oder weniger entwickelte Fühler im vorderen Kopfbereich auf, die für den Tast- und Geruchssinn zuständig sind. Diese Antennen sind bei den Mücken relativ lang, bei den Fliegen dagegen eher kurz.  
Die Mundwerkzeuge sind entweder leckend-saugend -das ist bei allen Fliegen-Arten der Fall- oder stechend-saugend wie bei den Mücken-Arten, zu denen auch die Schnaken und Bremsen gehören.
Daneben wird zur Bestimmung der einzelnen Zweiflügler die Beborstung des Körpers und die Äderung der zumeist transparenten Flügel herangezogen.
Der Körperaufbau lässt sich allgemein in Kopf, Brustabschnitt und Hinterteil einteilen. Der Brustabschnitt besteht aus 6 mehrgliedrigen Beinen, an deren Ende feine Härchen und ein Sekret Haftung ermöglichen, den Flügeln, einer großen Rückenplatte mit einem sich unmittelbar anschließenden, kleinen Schildchen. Auch Atmungsöffnungen des sogenannten Tracheensystems (Kanäle, die das Gewebe mit Luft versorgen) sind im Brustabschnitt zu finden.
Das Hinterteil besteht aus Rücken-, Bauch- und Seitenplatten mit weiteren Atmungsöffnungen. Die Geschlechtsorgane der zweigeschlechtlichen Fluginsekten
befinden sich ebenfalls dort.  
Als Balzverhalten führen viele Männchen Werbungsflüge aus, die zum Teil in Schwärmen stattfinden. Über sinnliche Reize wie Aussehen, Pheromone und Geräusche finden die beiden Geschlechter dann zueinander. Ein paar Tage nach der Begattung kommt es zur Eiablage an larvengerechten Orten wie in der Nähe von Blattlauskolonien (Schwebfliegen), von Gewässern (Mücken), auf Wirtskörper, auf Aas oder Kot.   
Die Larven der Fliegen, die Maden, verfügen über keinerlei Beine oder Kopfkapsel, die der Mücken dagegen schon und besitzen zudem meist Atemrohre, da sie sich in diesem Stadium vorwiegend in Schlamm oder Gewässern aufhalten.
Üblicherweise durchlaufen die Larven 3-4 Stadien, bevor sie sich verpuppen und als fertiges Insekt (Imago) ausschlüpfen. Damit ist die Verwandlung (Metamorphose) abgeschlossen und der Kreislauf beginnt von Neuem, wobei dem Zustand als vollkommen ausgebildeter Zweiflügler oftmals sehr kurz ausfällt (Eintagsfliege) bis maximal einen Sommer lang und zum Großteil der Fortpflanzung dient.

Die Zweiflügler sind wie oben bereits ersichtlich grob einteilbar in Fliegen (Brachycera) und Mücken (Nematocera).
Zu den Fliegen zählen so unterschiedliche Arten wie Raubfliegen (Asilidae), Schmeißfliegen  (Calliphoridae), Dickkopffliegen (Conopidae), Schwebfliegen (Syrphidae), Bremsen (Tabanidae), Raupen- oder Schmarotzerfliegen (Tachinidae), Tanzfliegen (Empididae),  Taufliegen (Drosophilidae: die Obstfliege ist wohl der bekannteste Vertreter dieser Gattung), Spinnenfliegen (Acroceridae), Dungfliegen (Scathophagidae), Schnepfenfliegen (Rhagionidae), Stubenfliegen (Fanniidae), Wollschweber (Bombyliidae) oder Waffenfliegen (Stratiomyidae).   
Zu den Mücken Arten wie Haarmücken (Bibionidae), Stechmücken (Culicidae), Schnaken (Tipulidae) oder Gallmücken (Cecidomyiidae).