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  • Naturlexikon

Fleckvieh oder Simmentaler Fleckvieh (Bos taurus)

Simmentaler Fleckvieh
Simmentaler Fleckvieh
© Kim Hansen | Quelle | Lizenz

Im 13. Jahrhundert begann das Kloster Einsiedeln, unter der Aufsicht des Freiherrn Rudolf II. von Waediswii, mit der Zucht einer neuen Rindersorte. Das Simmentaler Fleckvieh.
Für diese neue Züchtung verwendete man verschiedene Schläge (unterschiedliche Kreuzlinien innerhalb einer Rasse bezeichnet man als Schlag) vom großen Saanenschlag und des leichten Frutigviehs. Ihren Namen erhielt diese neue Fleckviehzüchtung durch die Ansiedelung im gleichnamigen Simmental, das im Bernauer Oberland der Schweiz liegt.
Ungefähr im Jahr 1459 wurde damit begonnen das Simmentaler Fleckvieh gezielt als neue Rinderrasse in der Schweiz zu etablieren. Aus dem 16. Jahrhundert sind einige Exporte in das benachbarte Ausland überliefert, da sich schnell die gute Milchleistung der Simmentaler herumsprach.

Im Bayerischen Miesbach und Bayreuth begann man 1837 mit der erfolgreichen Zucht von Fleckvieh. Als Begründer der Miesbacher Fleckviehzucht gilt Max Obermayer aus Gmund am Tegernsee, der zusammen mit seinem Schwiegervater Johann Baptist Fischbacher, auf einem 400 km langen Fußweg am 8. Oktober 1837, Simmentaler Fleckvieh im Berner Oberland ankaufte und in den Bezirk Miesbach trieb. Die erste von Obermayer importierte Rinderherde umfasste einen zweijährigen Zuchtstier, 12 Kühe, 3 trächtige Rinder und 2 Ochsen. Über 90 mal wiederholte er diesen Viehtrieb und begründete damit die Bayerische Zucht des Simmentaler Fleckviehs.

Es dauerte nur wenige Jahre bis diese Rasse sich einen so guten Ruf erarbeitete, dass sogar Adelshäuser ein Auge auf sie warfen. Neben Fürst Otto von Bismarck, der etliche Simmentaler Rinder für seine Gutshöfe bestellte, lieferte man sogar Tiere bis an den Russischen Zarenhof, da selbst die Russische Kälte für das robuste Simmentaler Fleckvieh kein Problem darstellte.
 Am 6. März 1892 gründete sich dann der Zuchtverband für oberbayerisches Alpenfleckvieh Miesbach e.V. und ist damit der älteste Fleckviehzuchtverband Bayerns, der sich auch heute noch um die Züchtung von Simmentaler Fleckvieh verdient macht. Bei einem deutschen Bestand von über 28% liegt weltweit der Fleckvieh Viehbestand bei ca. 41 Millionen und zeigt die Beliebtheit dieser Rasse. Eingesetzt wird das Simmentaler Fleckvieh überwiegend zur Milchproduktion, da sie in diesem Bereich hohen Milchreichtum und hohe Absatzgewichte garantieren.

Das Erscheinungsbild ist von dem typischen weißen Kopf geprägt, an dem gelegentlich die Augenumrandungen dunkel eingefärbt sind. Manche Tiere weisen auch dunkle Backenflecken auf, die irrtümlich als Merkmale von Rasseneinkreuzungen gedeutet werden.
 Die Tiere sind von mittelgroß bis groß eingestuft. Stiere erreichen bei einer Widerristhöhe von 150 cm bis 158 cm ein Gewicht von 1100 - 1300 kg. Kühe wiegen zwischen 600 kg und 800 kg bei einer Widerristhöhe von 138 cm bis 142 cm.
Die leicht nach außen und oben gebogenen Hörner weisen eine gelbliche Spitze auf.
Die Fellfärbung ist teilweise fleckig und variiert von einem hellgelb bis hin zu einem dunklen rotbraun, dass nur von weißen Beinen, Unterbauch und Schwanzquaste unterbrochen wird.
Ebenfalls rassetypisch sind neben dem unpigmentierten breiten Flotzmaul, eine ebenfalls breite Stirn. An der Halsunterseite weist das Simmentaler Fleckvieh eine ausgeprägte Wamme auf.