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  • Naturlexikon

Haflinger / Edelbluthaflinger (Equus ferus caballus)

Haflinger
Haflinger
© Anette Holmberg (pilapix) | Quelle | Lizenz
Edelbluthaflingerstute
Edelbluthaflingerstute
© Haflingermaus | Quelle | Lizenz

Die Rasse der Haflinger ist eine noch sehr junge Pferderasse und hat ihren Ursprung in den Bergen Südtirols. Dort wurde 1874 bei dem Bergbauern Josef Folie, der in Schluderns im Vinschgau seinen Hof hatte, das erste Fohlen geboren, das schließlich die Rasse Haflinger begründete.
Neben der Tatsache, dass sie auch mit karger Fütterung immer noch sehr leistungsbereit sind, ist es vor allem ihre Trittsicherheit, die sie zu den perfekten Pferden auf Hochalmen macht. Kleine leichtfüßige Pferde, die dennoch der täglichen Arbeit gewachsen sind und als Zug- oder Tragpferde bis heute den Bergbauern die tägliche Arbeit erleichtern.
1897 gab es dann die erste wirkliche Rassezucht der Haflinger und ein Jahr später wurde auch der Name „Haflinger“, der vom Ort Hafling in Südtirol stammt, als Rassebezeichnung genehmigt. Im Jahr 1904 gründete sich die erste Haflinger-Zuchtgenossenschaft. Diese stellte auch die allerersten Abstammungspapiere für Haflinger Pferde aus.

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg gab es schon direkte Haflinger-Importe nach Bayern. 1928 brachte der Pferdekaufmann Benedikt Mösl Südtiroler Haflinger nach Trostberg und nachdem die dortigen Bauern die Fähigkeiten dieser neuen Pferderasse zu schätzen wussten, wurde auch das Staatsministerium auf sie aufmerksam. Schnell beschloss man den züchterischen Aufbau dieser Rasse in Deutschland. Bis zur Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurden Haflinger Pferde besonders für den Einsatz im Militär benötigt und dadurch die Zucht massiv gefördert. Nach dem Krieg brachen die Absatzmärkte allerdings für Haflinger in Deutschland und Österreich komplett zusammen. Viele Züchter waren dennoch weiterhin von den Vorzügen der Haflinger überzeugt und so breiteten sie sich über das gesamte Bundesgebiet aus.
Alleine im Jahr 1984 gab es in Bayern zum Beispiel 2500 Stuten und 92 Hengste. Ab dem Jahr 2008 wurden dann die deutschen Haflinger in Zuchtbücher für Haflinger und Zuchtbücher für Edelbluthaflinger aufgeteilt. Dies war notwendig nachdem in Deutschland begonnen wurde, Araberhengste zur Optimierung der Reiteigenschaften in der Zucht einzusetzen. Ziel war es, die ehemals reinen Nutztiere, für den Pferdesport zu verbessern. Egal ob beim Spring-, Dressur- oder Westernreiten, in jedem dieser Bereiche zeichnen sich die Haflinger durch ihre Lernfähigkeit, Unerschrockenheit und Leistungsbereitschaft aus.
 Obwohl die Rasse Haflinger erst seit 100 Jahren gezüchtet wird, hat sie schnell ihren Siegeszug über die ganze Welt angetreten. Mittlerweile findet man Haflinger nicht nur in ganz Europa, sondern auch in Asien, Afrika, Australien und den USA.

Zu Beginn der Zucht von Haflingern gab es noch Fellfärbungen von Schwarz und Braun. In der heutigen Zeit gibt es nur noch Pferde mit der Färbung Fuchs. Dabei geht diese Färbung von Kohlfuchs bis Hellfuchs, wobei die Kohlfärbung sehr selten ist. Zum Ausschluss aus der Zucht kann es kommen wenn das Langhaar, das normalerweise von Flachsfarben bis weiß reicht, durch Farbunreinheiten gestört ist. Generell können Abweichungen in der Kopfzeichnung oder Beinzeichnungen insgesamt zu einem Zuchtausschluss führen.
Haflinger sind eine eher kleine Pferderasse mit einer Widerristhöhe von ca. 137 bis 155 cm. Passend zu dieser Größe haben Haflinger einen relativ kurzen und kleinen Kopf mit einer breiten und länglichen Stirnpartie. Im Gegensatz zu dem kleinen Kopf stehen jedoch die großen Augen, was der Rasse Haflinger seine typische sympathische Ausstrahlung verleiht. Der massige, tonnenförmige Haflingerkörper, mit einem durchschnittlichen Gewicht von 400 bis 600 kg, sowie der stets gut bemuskelte Rücken, machen sie zu einer kräftigen und kleinwüchsigen Pferderasse.