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  • Naturlexikon

Ammern (Emberizidae)

Goldammer
Goldammer
© Sergey Yeliseev | Quelle | Lizenz
Grauammer
Grauammer
© Alastair Rae | Quelle | Lizenz
Rohrammer
Rohrammer Männchen
© Dave Curtis (Langham Birder)
Quelle | Lizenz

Rohrammer (Emberiza schoeniclus)

Die Rohrammer, von der sich die Redensart „Schimpfen wie ein Rohrspatz“ ableitet, ist ein häufiger Bewohner der Feuchtgebiete in Bayern.
Sie erreicht eine Körperlänge von 13-16 cm und eine Flügelspannweite von bis zu 25 cm bei einem Gewicht von 22 g.
Die Oberseite ist mit braunen und schwarzen Streifen bedeckt, während die Unterseite mit Grautönen durchsetzt ist. Das Nackenband erscheint weiß, der Bürzel grau. Beim Männchen sind Kopf und Kehle schwarz, beim Weibchen dagegen braun gestreift mit dunkler Kehle und hellem Bartstreif.
Die Brutzeit fällt in den April bis Juli. Dann werden 4-6 weiße Eier mit dunklen Schlieren gelegt, die bis zu 2 Wochen lang ausgebrütet werden und ebenso lang als Jungvögel im recht bodennahem Nest verweilen, bevor sie flügge werden.
Die Nahrung besteht aus Weichtieren, Insekten und Samen.
Ihr schimpfender Ruf hört sich schrill und zugleich rau an.
Das maximale Alter liegt bei 6 Jahren.


Goldammer (Emberiza citrinella)

Die Goldammer ist die häufigste Vertreterin ihrer Familie in Europa und in Bayern mit einer Million Brutpaaren sehr zahlreich.
Sie erreicht eine Körperlänge von 16-17 cm bei einer Flügelspannweite und einem Gewicht von 25-30 g.
Im Schlichtkleid sind sowohl Männchen als auch Weibchen grünbraun gefärbt mit gelblicher Kehle und Unterseite. Im Prachtkleid weisen die Männchen einen strahlend gelben Kopf, eine gelbe Unterseite und eine rötliche Brust auf, während die Oberseite braun mit schwarzen Längsstreifen ist.
Die 2-3 Jahresbruten finden zwischen April und August statt. Ein Gelege besteht aus 3-5 weißlichen, mit violetten und schwarzen Kringeln versehenen Eiern, die 2 Wochen lang ausgebrütet werden. Die Jungvögel benötigen etwa ebenso lang bis sie flügge sind.  
Goldammern ernähren sich vorwiegend von Samen und Insekten.
Die meist gehörte Lautäußerung ist ein langgezogenes „Ti-ti-ti-ti-ühhhhh“.
Die Lebenserwartung liegt bei 8 Jahren.


Grauammer (Emberiza calandra)

Die Grauammer hat sich in den letzten Jahren aufgrund des Strukturwandels der Landwirtschaft in Bayern rar gemacht. Etwa 1000 Brutpaare besiedeln noch die offenen Landschaften, die ihr natürliches Umfeld darstellen.
Die Grauammer erreicht eine Körpergröße von 16-19 cm bei einer Flügelspannweite von 30 cm und einem Gewicht zwischen 38 und 62 g.  
Die bis zu 2 Jahresbruten finden von Mai bis August statt. Pro Gelege werden 3-5 weiße mit braunen Schlieren versehene Eier 13 Tage lang ausgebrütet. Jungvögel verlassen nach knapp 2 Wochen das Nest.
Als Ernährung werden Samen, Insekten und Würmer bevorzugt.
Der Gesang, den ausschließlich die Männchen von sich geben, besteht aus monotonem Trillern.
Das maximale Alter liegt bei 8 Jahren.


Ortolan (Emberiza hortulana)

Der Ortolan, auch Gartenammer genannt, ist mit etwa 300 Brutpaaren mittlerweile ein recht seltener und gefährdeter Gast in Bayern, die meisten davon in Revieren in Mainfranken. Er überwintert im subtropischen Afrika.
Er erreicht eine Körperlänge von 15-16,5 cm bei einer Flügelspannweite von 28 cm und einem Gewicht von 20-28 g.
Die Unterseite ist orangebraun, die Oberseite graubraun gestrichelt, der Kopf graugrün und die Kehle gelb. Die Einfärbung der Männchen ist leuchtender als die der Weibchen.
Die Körperform des Ortolans unterscheidet sich von anderen Ammernarten durch seine Schlankheit, die längeren Flügel und den gerade geschnittenen Schwanz.
Die Brutzeit fällt in den April bis Juli. Das Gelege von 4-6 weißen, mit braunen Schlieren versehenen Eiern wird meist im Getreide am Boden platziert und 10-14 Tage lang bebrütet.
Der Brutplatz wird so ausgesucht, dass eine Singwarte sich in unmittelbarer Nähe befindet.
Die Lautäußerungen des Ortolans weisen regionale Besonderheiten auf, er singt sozusagen im  Dialekt.
Samen und Insekten sind die bevorzugte Nahrung.
Er ernährt sich von Samen und Insekten.
Das maximale Alter beträgt 8 Jahre.


Der Vollständigkeit halber sollen hier auch noch die Spornammer (Calcarius lapponicus)
und die Zaunammer (Emberiza cirlus) erwähnt werden, wobei es sich bei ersterer um einen Durchzügling handelt und letztere, der Goldammer sehr ähnlich, als vom Aussterben bedroht gilt.