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  • Naturlexikon

Meisen (Paridae)

Blaumeise
Blaumeise
© Luciano 95 | Quelle | Lizenz
Haubenmeise
Haubenmeise
© Sébastien Bertru | Quelle | Lizenz
Kohlmeise
Kohlmeise
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Schwanzmeise
Tannenmeise
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Tannenmeise
Weidenmeise
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Weidenmeise
Schwanzmeise
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Die Meisen gehören zur Familie der Sperlingsvögel (Passeriformes). Für gewöhnlich bauen sie sich selbst ihre Baumnester, manche Arten nehmen aber auch Nistkästen an.

Blaumeise (Parus caeruleus)

Die Blaumeise ist durch ihr einzigartiges hellblaues Gefieder an Kopf und Oberseite leicht zu bestimmen, da dieser Farbton sonst bei keinem heimischen Vogel auftritt.
Die Körperlänge bewegt sich zwischen 11 und 12 cm bei einer Flügelspannweite von bis zu 20 cm und einem Gewicht von 10-12 g.
Die Unterseite ist gelb, oberseitig ist neben dem Hellblau eine grünliche Färbung des Rückens zu erkennen. Flügelbinde, Wangen und Stirn sind weiß, der Augenstreif dagegen schwarz.
Blaumeisen leben vor allem in Laub-und Mischwäldern und in mit Baumgruppen versehenen Kulturlandschaften.
Sie ernähren sich von Insekten, die sie zum Teil kopfüber an Baumzweigen hängend erbeuten, und Samen jeglicher Art.
Die Brutzeit erstreckt sich von April bis Juni. In dieser Zeit werden 9-15 weiße, rotbräunlich gepunktete Eier gelegt und etwa 2 Wochen lang ausgebrütet. Die Jungtiere verlassen nach weiteren 2-3 Wochen das Nest.
Der Ruf ist dem der Tannenmeise recht ähnlich, wird aber durch helle Trillern ergänzt.
Das Höchstalter liegt bei 5 Jahren, wobei ein Drittel der Jungvögel bereits das erste Jahr nicht überleben.
Der Bestand in Bayern wird auf etwa 300000 Brutpaare geschätzt.


Haubenmeise (Parus cristatus)

Die Haubenmeise ist besonders gut an dem aufragenden schwarz-weißen Federbausch auf ihrem Kopf zu erkennen. In Bayern existieren etwa 50000 Brutpaare.
Ihre Körpergröße beträgt 10-12 cm bei einer Flügelspannweite von 17-20 cm und einem Gewicht von 10-13 g.
Während die Oberseite graubraun eingefärbt ist, erscheint die Unterseite schmutzigweiß, die Flanken cremefarben und die Flügel braun. Der Nacken ist weiß, die Kehle ziert ein schwarzes Band, die Kopfseite ein schwarzer Augenstreif.
Haubenmeisen leben und brüten vorwiegend in Nadelwäldern und Parks. In kalten Wintern ziehen sie in dichte Sträucher.
Die Brutzeit findet von März bis Juni statt. Dann werden 5-7 weiße, rötlich gesprenkelte Eier gelegt, aus denen nach etwa 2 Wochen Brüten die Jungvögel schlüpfen, die weitere 3 Wochen im Nest verbleiben, bevor sie ihren ersten Ausflüge wagen. Danach sorgen die Eltern nochmal ca. 3 Wochen für die Fütterung.
Haubenmeisen ernähren sich von Gliederfüßern und Nadelbaumsamen.
Der Gesang klingt nach rollenden „gürr“-Lauten.
Das maximale Alter liegt bei 9 Jahren.     

Kohlmeise (Parus major)

Die Kohlmeise ist die größte und mit ca. 5 Millionen Brutpaaren die häufigste Meisenart in Deutschland.
Sie erreicht eine Körperlänge von 13-15 cm bei einer Flügelspannweite von etwa 25 cm und einem Gewicht zwischen 15 und 22 g.
Die Oberseite des Gefieders erscheint grünlich, die Unterseite dagegen gelb. Der Kopf und Brustbereich ist bis die weißen Wangen und da Nackenband schwarz eingefärbt.
Die Kohlmeise brütet bis zu zwei Mal zwischen März und Juli vornehmlich in Wäldern, Parks und überall dort, wo Baumgruppen vorhanden sind. Vorraussetzung ist die schnelle Erreichbarkeit von Freiflächen. Ein Gelege umfasst 8-12 weiße, rostbraun gefleckte Eier, aus denen nach 2 Wochen die Jungvögel schlüpfen, die noch 1-3 Wochen lang gefüttert werden.
Kohlmeisen ernähren sich vornehmlich von Insekten, Spinnen, Samen, Nüssen und Obst.
Ihr Gesang ist mehrsilbig und sehr variabel, die Grundtöne lauten auf „zi-dä“.
Die Lebenserwartung beträgt 5 Jahre.


Tannenmeise (Parus ater)

Die Tannenmeise besitzt einen weißen Nackenfleck und weiße Wangen, die sich gut vom übrigen Kopfgefieder abheben.
Die Körperlänge beträgt 10-11 cm bei einer Flügelspannweite von bis zu 20 cm und einem Gewicht von 8-10 g.
Während die Oberseite blau- bis grünlichgrau eingefärbt ist, erscheint die Unterseite dagegen gelblich bis schmutzigweiß.
Die Tannenmeise siedelt vornehmlich in Nadelwäldern und Gärten. Dort baut sie auch ihre aus Wolle, Gräsern, Moos und Flechten bestehenden Nester in Baum,- Fels- und Erdhöhlen.
Gebrütet werden die 5-10 Eier von April bis Juli für ca. 2 Wochen, bevor dann die Jungvögel nach 3 weiteren Wochen flügge sind.
Tannenmeisen ernähren sich ähnlich wie die Haubenmeisen nahezu ausschließlich von Insekten und Nadelbaumsamen.
Der leise Ruf klingt wie ein verhaltenes „si-si“, der Gesang eher wie „wi-se“.
Die Lebenserwartung beträgt 5 Jahre.


Weidenmeise (Parus montanus)

Die Weidenmeise sieht der Sumpfmeise (die beiden werden auch als Graumeisen bezeichnet) sehr ähnlich und unterscheidet sich nur den wesentlich größeren schwarzen Kinnfleck und die helleren Flügeln.
Sie erreicht eine Körperlänge von 10,5-11,5 cm bei einer Flügelspannweite von bis zu 18 cm und einem Gewicht von 10-12 g.
Die Oberseite ist graubraun, die Unterseite weißlich. Kopf, Nacken und Kinnpartie sind schwarz, die Wangen weiß.
Der Lebensraum erstreckt sich auf Misch- und Auwälder und Feuchtgebiete, wo sie sich von Insekten, Spinnen, Samen und dem Baumsaft von Birke und Ahorn ernähren.
Häufig werden Nisthöhlen in morschen Bäume angelegt.
Die etwa 2 Wochen dauernde Brutzeit liegt im Mai und Juni. Das Gelege besteht aus 6-9 Eiern. Die Jungvögel werden noch 2,5 Wochen gefüttert, bevor sie das Nest verlassen.
Der Ruf besteht aus breiten „däh“-Lauten, der Gesang aus aneindergereihten, gepfiffenen „ziu“s.
Die Lebenserwartung liegt bei 5 Jahren.


Sumpfmeise (Parus palustris)

Die Sumpfmeise besiedelt den gleichen Lebensraum und bevorzugt eine identische Ernährung wie die Weidenmeise und ist unwesentlich größer als diese.
Die Körperlänge beträgt bis zu 12 cm bei einer Flügelspannweite von max. 19 cm und einem Gewicht von 11-12 g.
Der Kinnfleck ist deutlich kleiner als bei ihrer Zwillingsart und die Flügel erscheinen nicht aufgehellt. Auch die Lautäußerung lässt eine Abgrenzung zu: Die Sumpfmeise zwitschert und klappert eher als zu pfeifen.
Auch ihr Höchstalter beträgt 5 Jahre.


Schwanzmeise (Aegithalos caudatus)

Gehören die vorhergehenden Meisenarten zu den eigentlichen Meisen (Paridae), so bildet die Schwanzmeise eine eigene Familie.
Sie erreicht eine Körperlänge von 14-16 cm zuzüglich eines Schwanzes von 6-10 cm Länge. Die Flügelspannweite beträgt bis zu 18 cm bei einem Gewicht von 8-10 g.
Die Oberseite erscheint an den Flügeln schwarz und ansonsten rosa, die Unterseite ist schmutzigweiß. Es gibt zwei Unterarten, die anhand der Kopffarbe schwarz, bzw. weiß, leicht auseinanderzuhalten sind.  
Als Lebensraum dienen sowohl Wälder als auch Heckenlandschaften in der Nähe von Gewässern.
Ihre Nahrung an Insekten, Spinnen und Samen sucht sich die Schwanzmeise hauptsächlich an den Zweigspitzen von Bäumen.
Die Lautäußerungen sind sehr variabel und erinnern eher an diejenigen von Kleibern und Baumläufern.
Beim Nest handelt es sich um einen dickwandigen, bis auf ein oberseitig befindliches Einflugloch geschlossenen, aus Moos, Federn und anderen natürlichen Verbundstoffen gefertigten Ovalbau, der meist in Astgabeln angelegt wird.
Die Brutzeit fällt in den März und April. Dann werden 8-12 Eier in einem Gelege ungefähr 2 Wochen lang ausgebrütet. Nach weiteren 2,5 Wochen werden die Jungvögel flügge.
Die Lebenserwartung liegt bei 5 Jahren.


Der Vollständigkeit halber soll auch noch die Beutelmeise (Remiz pendulinus), die eine eigene Familie bildet und dem Neuntöter ähnlich sieht, erwähnt werden. Sie kommt allerdings mit etwa 300 Brutpaaren in Bayern sehr selten vor.