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  • Naturlexikon

Spechtvögel (Piciformes)

Buntspecht
Buntspecht
© Ekaterina Chernetsova (Papchinskaya)
Quelle | Lizenz
Grünspecht
Grünspecht
© Frank Vasse | Quelle | Lizenz
Grauspecht
Grauspecht
© Hiyashi Haka | Quelle | Lizenz
Schwarzspecht
Schwarzspecht
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Dreizehenspecht
Dreizehenspecht
© jannok | Quelle | Lizenz
Wendehals
Wendehals
© Ron Knight | Quelle | Lizenz

Buntspecht (Dendrocopos major)

Die Buntspechte bilden eine eigene Gattung innerhalb der Familie der Echten Spechte und sind aufgrund ihrer mangelnden Spezialisierung, was Futter und Lebensraum anbelangt, die am weitetesten verbreitete heimische Spechtart. Wie alle Spechtarten sind sie tagaktiv.
Sie erreichen eine Körpergröße von 20-24 cm bei einer Flügelspannweite von 34-39 cm und einem Gewicht von 60-90 g.
Das Gefieder ist schwarz-weiß durchwirkt. Die Flügel- und Schwanzfedern weisen an ihren Spitzen eine knallrote Färbung auf. Männchen sind an ihrem roten Fleck im Nacken zu erkennen, die Jungtiere an einem roten Scheitel.
Buntspechte leben in Wäldern, Parks oder mit Bäumen versehenen Flurlandschaften.
Dort ernähren sie sich von unter den Baumrinden lebenden Insekten und vom Baumsaft (daher stammt auch der Begriff des Schluckspechts!), im Winter auch von Samen, Nüssen und Beeren. Zum Öffnen von Nüssen, Zapfen und Käfern werden sogenannte Spechtschmieden eingerichtet, das sind angelegte Löcher oder Spalten im Baum, die zum Einklemmen und anschließendem Aufhacken mit dem Schnabel dienen. Daneben werden auch Meisenknödel oder die Eier und Jungvögel von Meisen und kleineren Spechten nicht verschmäht.
Zur Balzzeit, die bereits im Dezember beginnen kann, locken die Männchen mit dem „Trommeln“, einer schnellen Abfolge von ungefähr einem Dutzend Schnabelschlägen. Buntspechte brüten von April bis Juni etwa 14 Tage lang 4-6 Eier in selbst gefertigten Baumhöhlen aus. Nach dem Schlupf werden die Jungvögel weitere
3-4 Wochen lang von den Eltern gefüttert, bis sie flügge sind.
Die Lebenserwartung liegt bei 10 Jahren.
Als kleinere Unterarten der Buntspechte gelten die Kleinspechte (Dendrocopos minor) mit einer Körpergröße von ca. 15 cm und die Mittelspechte (Dendrocopos medius) mit ca. 18 cm.


Grünspecht (Picus viridis)

Der Grünspecht gehört neben dem Grauspecht zu den Erdspechten, so bezeichnet, da diese besonders geschickt am Boden unterwegs sind. Nach dem Bunt- und Schwarzspecht ist er die dritthäufigste Art in Deutschland.
Er wird bis zu 36 cm lang bei einer Flügelspannweite von 48-52 cm und einem Gewicht von 150-220 g.
Die Oberseite des Gefieders ist dunkelgrün, die Unterseite dagegen von hellerem Grün. Der charakteristische Kopf ist oben bis in den Nacken rot gezogen, um die Augen herum ist eine schwarze Gesichtsmaske zu sehen. Die Flügel sind braun-schwarz bis gelblich-weiß gefleckt.
Männchen sind an den roten Wangenpunkten zu erkennen, bei Weibchen ist die Gesichtmaske durchgängig schwarz.
Das Balzen beginnt im Winter und hält bis April oder Mai an. Nach der Paarung erfolgt die Ablage von 5-8 weißen Eiern. Zum etwa 14-18tägigen Ausbrüten und nachfolgendem Nisten suchen sich die Grünspechte bereis vorhandene Baumhöhlen aus. Die Jungvögel werden nach 3-4 Wochen flügge, werden aber von den Eltern noch
3-7 Wochen lang gefüttert, bevor sie dann ganz auf eigenen Flügeln in der Luft hängen.
Als Ernährung bevorzugt der Grünspecht am Boden lebende Ameisen, die er mit seiner 10 cm langen, mit Widerhaken versehenen Zunge auch aus Erdlöcher hervorholen kann.
Da Maximalalter wird mit 6-8 Jahren angegeben.


Grauspecht (Picus canus)

Der Grauspecht gilt als kleinerer Verwandter des Grünspechts und gilt in Bayern als gefährdet.
Er erreicht eine Körperlänge von bis zu 32 cm bei einer Flügelspannweite von 45-50 cm und einem Gewicht von 125-165 g.
Hals und Kopf sind hellgrau eingefärbt, bis auf einen kleinen roten Stirnpunkt bei den Männchen. Die schwarze Gesichtsmaske ist relativ unauffällig. Der Rest des Gefieders ist mehr oder weniger einheitlich in einem matten Grün gehalten.
Beim Lebensraum ist der Grauspecht im Gegensatz zum Grünspecht stärker auf eine Bewaldung, bei der Ernährung allerdings weniger auf Ameisen angewiesen, sondern kann auch auf andere Insekten ausweichen.
Das Ablegen erfolgt etwas später als beim Grünspecht.
Die maximale Lebenserwartung liegt bei 15 Jahren.


Schwarzspecht (Dryocopus martius)

Der Schwarzspecht ist die größte in Bayern vorkommende Spechtart.
Er erreicht eine Körperlänge von 40-45 cm bei einer Flügelspannweite von von 67-73 cm und einem Gewicht bis zu 350 g.
Das Gefieder ist durchweg schwarz eingefärbt bis auf einen roten Scheitelpunkt.
Die zweiwöchige Brutzeit der 2-6 weißglänzenden, spitzig ovalen Eier fällt in den April.
Nach etwa 4 Wochen verlassen die geschlüpften Jungvögel die selbst gezimmerten Baumhöhle, die von vielen anderen Vogelarten weiter genutzt werden kann.
Es wird geschätzt, dass etwa 35000 Brutpaare in Deutschland ansässig.
Die Ernährung variiert zwischen Insekten, Spinnen, Schnecken und seltener Früchten und Beeren.
Lautäußerungen sind ein staccato-artiges „kwikwikwik“ während der Balzzeit, ein warnendes „kijak“ und „kürr-kürr“ während des Fluges.
Das Höchstalter liegt bei 14 Jahre.


Wendehals (Jynx torquilla)

Der Wendehals erinnert von seiner Gestalt her eher an einen Singvogel als an einen Specht.
Er wird ungefähr 17 cm lang bei einer Flügelspannweite von 25-27 cm und einem Gewicht zwischen 30 und 50 g.
Sein Gefieder ist graubraun eingefärbt, am Schwanz befinden sich 3 dunklere Querbinden. Oberkopf und Rücken weisen ein durchgehendes dunkelbraunes Band auf.
Ein auffälliges Merkmal ist das Aufstellen des Kopfgefieders und die abrupten Kopfdrehungen, denen er auch seinen Namen verdankt, in Gefahrensituationen. Auch der Gesang ist ansteigenden, stetig schneller werdenden „Gäh“-Lauten, die sich in schrille „Kih“-Silben steigern, sehr prägnant.
Sofort nach der Rückkehr aus den afrikanischen Winterquartieren im April oder Mai beginnt die Balzzeit.
Daraufhin erfolgt der Bezug von vorhandenen Spechthöhlen oder Nistkästen zum knapp zweiwöchigen Bebrüten der 6-14 weißen Eier. Nach weiteren 3 Wochen verlassen die Jungvögel die Höhle, werden aber noch 2 weitere Wochen von den Eltern mit Futter versorgt.
In Bayern ist der Wendehals strengstens geschützt.
Er wird selten älter als 4 Jahre.

Dreizehenspecht (Picoides tridactylus)

Der Dreizehenspecht ist etwas kleiner als der Buntspecht. Im Gegensatz zu allen anderen Specht-, bzw. Vogelarten hat er 3 statt 4 Zehen: zwei nach vorne ausgerichtet und eine nach hinten stehend.
Seine Körperlänge beträgt 21-23 cm bei einer Flügelspannweite von 32-37 cm und einem Gewicht von 50-75 g.
Das Gefieder ist schwarz-grau-weiß mit gelbem Bart- und Stirnfleck und einem weißen, v-förmigen Nackenbild.
Die Brutzeit im April und Mai erstreckt sich auf unter zwei Wochen. Die Gelege beinhalten 3-4 spitzig ovale, weiße Eier. Jungvögel benötigen etwa 3,5 Wochen, bis sie flügge werden.
Dreizehenspechte bevorzugen eine ähnliche Ernährung wie Buntspechte.
Der mittellange Ruf klingt wie „bibb“. Sie ernähren sich von Insekten.
Das Höchstalter liegt bei etwa 8 Jahren.