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  • Naturlexikon

Haselnuss (Corylus avellana)

Reife Haselnüsse
Reife Haselnüsse
© Rita Willaert | Quelle | Lizenz

Die Gemeine Hasel gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) und ist ein bis zu sechs Meter hoher sommergrüner Strauch mit einer tiefen Pfahlwurzel und vielen starken Seiten-wurzeln. Sie wächst vielstämmig, hat eine glänzend graubraune Rinde mit Längsrissen im Alter und bildet keine Borke aus. Als Standort bevorzugt sie Waldränder, Hecken und lichte Wälder und dort lehmige und nährstoffreiche Böden.
Die Hasel erreicht ein Alter von 80 bis 100 Jahre.
Die Blütezeit fällt sehr früh auf den Februar und März und findet damit noch vor dem Austreiben der ersten Blätter statt. Die männlichen, überwinternden, etwa 4-8 cm langen, herabhängenden Kätzchen verbreiten vor dem Abblühen ihren gelben Pollen, der nicht nur Bienen anlockt, sondern auch die kleinen, unscheinbaren, rötlichen, weiblichen Blüten befruchtet, die sich dann bis September und Oktober ab dem
10. Lebensjahr der Hasel zu den öl- und vitaminreichen Nüssen, wie wir sie kennen, auswachsen. Neben der Windbestäubung vermag sich die Hasel auch über Stockausschlag zu vermehren, weshalb sie auch als Pionierpflanze ersten Ranges gilt.  
Im Frühjahr treiben die kurzstieligen, 7-13 cm langen und 6-10 cm breiten, herzförmigen, am Rand doppelt gesägten Blätter aus, wobei deren Blattoberseite in dunklerem Grün und behaart im Gegensatz zur Unterseite erscheint.
Das rötlich-weiße und wenig langlebige Holz der Hasel spielt forstwirtschaftlich heutzutage eine geringe Rolle.
In früheren Zeiten wurde es für die Herstellung von Fassreifen, Gitterwerk, als Armbrustbogen oder Spazierstock verwendet. Außerdem wurde daraus Weichkohle und Schießpulver angefertigt.
Von den heimischen Haselnusssträuchern nähren sich vor allem Nagetiere, Vögel und eine Unmenge Insekten wie Zikaden, Läuse und Käfer. Einige Insekten wie die Haselnuss-Gallmilbe, der Schuppenwurz sowie verschiedene Käferlarvenarten können dabei jedoch auch als Schädlinge auftreten.
Ein Großteil der im Handel angebotenen Haselnüsse stammen von der Lambertshasel (corylus maxima), einer engen Verwandten unserer Gemeinen Hasel, und werden aus Italien und der Türkei importiert.
Eine kultivierte Variante der Lambertshasel, die so genannte Bluthasel, findet sich mit ihren roten Blättern des öfteren in heimischen Gärten oder Parks, desgleichen die extra gezüchtete Korkenzieher-Hasel (C. avellana 'Contorta'). Daneben existiert noch die Baumhasel (Corylus colurna) oder türkische Hasel, die bis zu 20 m hoch werden kann und gerne als Straßenbaum gepflanzt wird.