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  • Naturlexikon

Braunbär (Ursus arctos arctos)

Braunbär auf Fischfang
Braunbär auf Fischfang
© moonjazz | Quelle | Lizenz

Hierzulande gibt es keine freilebenden Braunbären mehr. Die Raubtiere aus der Überfamilie der Hundeartigen drängte man schon im Mittelalter in wald- und bergreiche Gebiete zurück. Der letzte deutsche Braunbär soll 1835 in Ruhpolding zur Strecke gebracht worden sein.

2006 ist jedoch nach knapp 170 Jahren wieder ein Braunbär aus Österreich, wo die Tiere bereits wieder angesiedelt wurden, nach Bayern eingewandert.
Der von der Presse auf den Namen Bruno Getaufte wanderte wochenlang in der deutsch-österreichischen Grenzregion umher. Er riss einige Haustiere und tauchte des öfteren in der Nähe menschlicher Siedlungen auf, was die Freigabe zum Abschuss nach sich zog. Diese wurde jedoch auf Druck der Öffentlichkeit zunächst wieder zurückgezogen. Die daraufhin erfolgten Versuche, den Bären lebend zu fangen, wurden nach drei erfolglosen Wochen eingestellt.

Am 26. Juni wurde der Bär in der Nähe des Spitzingsees erschossen. Trotz dieses traurigen Ereignisses gibt es Stimmen auf Seiten des Natur- und Tierschutzes, die eine Wiedereinführung des Bären wie in Österreich vorgelebt auch für Bayern befürworten.
Braunbären haben den stämmigen, kraftvollen Körperbau aller Bären, mit einem in der Regel aber stärkeren gebauten Skelett. Merkmale, die sie mit den übrigen Vertretern ihrer Familie teilen, sind der Penisknochen (Baculum) und der kurze, stummelartige Schwanz. Ein zusätzliches Merkmal ist der muskulöse Buckel über den Schultern, der den Vorderbeinen zusätzliche Kraft verleiht.

Des Weiteren haben sie einen schweren, massiven Kopf mit einer vorstehenden Schnauze. Die Kopfrumpflänge liegt zwischen 100 (Weibchen) und 280 (Männchen) cm bei einem Gewicht von durchschnittlich 210 und 390 kg. Es sind aber auch Braunbären mit einem Gewicht von 780 kg belegt. Üblicherweise ist das Fell dunkelbraun, kann allerdings je nach Jahreszeit und Region von gelb- und graubraun über verschiedene Brauntöne bis fast schwarz variieren.
Die Paarungszeit fällt in die Monate Mai bis Juli. Nach dem Geschlechtsakt nistet sich die befruchtete Eizelle allerdings nicht gleich ein, sondern ruht bis zu fünf Monate in der Gebärmutter.

Aus diesem Grund beträgt die Zeitspanne zwischen Fortpflanzung und Geburt 180 bis 270 Tage, während die eigentliche Tragzeit mit sechs bis acht Wochen relativ kurz ist. Der Wurf von ein bis vier Jungen findet in der Zeit der Winterruhe in den Monaten Januar bis März statt.

Das mögliche Höchstalter von Tieren in freier Natur wird auf 20 bis 30 Jahre geschätzt. Der älteste bekannte, im Zoo gehaltene Braunbär erreichte sogar ein Alter von 47.