Sie verwenden einen veralteten Browser (Internet Explorer 6) mit Sicherheitsschwachstellen und können nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können
  • Naturlexikon

Bierbrauer

Sudkessel
Sudkessel zum Kochen der Würze.
© Bbb (MGA73bot2) | Quelle | Lizenz

Auf diese Spitzenpositionen ein Prosit: Mit über 600 an der Zahl hat Bayern bundesweit die meisten Brauereien; Franken besitzt mit etwa 300 Brauereien sogar die höchste Dichte an Brauereien auf der ganzen Welt. 

Mag auch der Pro-Kopf-Bierkonsum in Deutschland in den letzten Jahren abgenommen haben, der Beruf des Bierbrauers ist nach wie vor gefragt, und das sogar international. Hier soll es um ebenjenes Berufsbild gehen, das eine lange Geschichte hat, eng mit Bayern verbunden und weiterhin von großer Bedeutung ist.

Ursprünge des Bieres 

Die Geschichte des Bieres soll an dieser Stelle nur kurz angerissen werden. Vorformen des Getränkes finden sich schon vor über 6.000 Jahren in Mesopotamien; auch in Oberägypten fand man die Relikte einer wohl Jahrtausende alten Brauerei sowie die Darstellung weiblicher Brauer. Die Germanen zelebrierten schon 800 v.Chr. das Bier. Damals oblag das Bierbrauen übrigens den Frauen als Teil des Haushaltens; im Frühmittelalter waren es vor allem die Mönche, u.a. in der Schweiz, die sich in Kloster-Brauereien der Bierherstellung widmeten. Die Benediktinerin und Mystikerin Hildegard von Bingen (1098-1179) war es übrigens, die als erste wissenschaftliche Schriften zur Bierherstellung verfasst hat.

Der Norden als Bierzentrum

Im 16. Jahrhundert, als der Handel vor allem in den Hansestädten brummte, war der Norden das Bierzentrum: Einerseits mit Bremen als Exportmittelpunkt, andererseits Hamburg mit einer enormen Dichte an Brauereien. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) zerstörte man viele der Brauereien im Norden (und Weinanbaugebiete im Süden) - und Bayern begann sich als Bierregion zu etablieren. Viele Stadtbrauereien entstanden damals. Die Industrielle Revolution im 19. Jahrhundert beschleunigte die Bierproduktion mit Errungenschaften wie der Dampf- und Kältemaschine enorm.

Das Reinheitsgebot und der Beginn der Biergartenkultur

Aus Bayern entstammt, was man seit dem 20. Jahrhundert Reinheitsgebot nennt: 1516 erließen die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. die Regelung, dass Bier nur aus den drei Grundzutaten Hopfen, Gerste und Wasser hergestellt werden darf. Die vielzelebrierte bayerische Biergartenkultur konnte sich erst ab 1812 entwickeln. Damals erteile König Max I. die Ausschankerlaubnis für den Außenbereich. 

Die Aufgaben eines Bierbrauers

Damit man in den Genuss des Bieres kommt, ist der Beruf der Bierbrauers freilich unverzichtbar. Dieser ist heutzutage ein anerkannter Ausbildungsberuf (in Form der dualen Ausbildung) mit der Bezeichnung „Brauer/in und Mälzer/in“; die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Die meisten Azubis haben einen Hauptschulabschluss, ein bestimmter Abschluss ist aber nicht vorgeschrieben. 

Die Tätigkeit lässt sich sehr vereinfacht zusammenfassen: „Sie stellen Malz her und brauen daraus dann mit Wasser, Hopfen und Hefe Bier.“ (Offizielle Berufsbeschreibung der Bundesagentur für Arbeit). Bierbrauer arbeiten typischerweise etwa in Abfüllhallen, im Sudhaus oder auch im Büro. Braumeisterinnen sind noch in der Minderzahl, doch dies ändert sich langsam.

Die Bierbrauer-Tätigkeit ist sehr komplex, man muss sich mit biologischen, chemischen, technischen und weiteren Aspekten beschäftigen. Man lernt unter anderem die Qualität von Gerstenmalz zu prüfen, das Trennen von Malz und Würze zu kontrollieren und die notwendigen Rohstoffe in ihrer Qualität beurteilen zu können. Zusätzliche Qualifikationsmöglichkeiten wie „Europaassistent/in im Handwerk“ eröffnen internationale Perspektiven. 

Auch ist es für Bierbrauer wichtig, sich mit Trends wie Craft Beer (ursprünglich aus den USA kommend) auseinanderzusetzen. Hier geht es um im weitesten Sinne kreativ und teils unabhängig gebraute Biere, die zunehmend städtische Bars, Kneipen, Burgerlokale etc. erobern.