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  • Naturlexikon

Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina)

Blühende Alpen-Kuhschelle
Blühende Alpen-Kuhschelle
© Philipp Weigell | Quelle | Lizenz
Fruchtstand der Alpen-Kuhschelle
Fruchtstand der Alpen-Kuhschelle
© Simon A. Eugster | Quelle | Lizenz

Die Alpen-Kuhschelle, die auch unter zahlreichen weiteren Namen bekannt ist, gedeiht in Deutschland nahezu ausschließlich in Bayern und kommt hier in drei verschiedenen Unterarten vor.

  • Große Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina subsp. alpina)

Die Große Alpen-Kuhschelle findet man im gesamten bayerischen Alpenraum in Höhenlagen zwischen 1500 und 2300 Meter. Sie hat weiße, 4 bis 6 cm große Blüten und wächst auf kalkhaltigem Gestein. Sie wird auch Alpen-Osterglocke genannt.

  • Kleine Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina subsp. austriaca)

Sie ist insgesamt kleiner als ihre große Schwester, ihre weißen Blüten werden 2 bis 4 cm groß. In Deutschland kommt sie außer in den bayerischen Alpen auch in geringerer Anzahl im Harz vor, wo sie auch als Brockenblume oder Brockenanemone bekannt ist. Sie benötigt kalkarme Bedingungen.

  • Gelbe Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina subsp. apiifolia)

Die Gelbe Alpen-Kuhschelle wächst im Oberallgäu in den bayerischen Alpen in einer Höhe zwischen 1800 und 2300 Meter, bevorzugt kalkarme Böden und wird wegen ihrer zwischen 4 und 6 cm großen, schwefelgelben Blüten auch Schwefel-Anemone genannt.

Namen
Für die Alpen-Kuhschelle gibt es überhaupt zahlreiche Namen, die teilweise nur regional gebräuchlich sind. Am gängigsten sind noch Alpen-Küchenschelle und Alpen-Anemone, es gibt aber auch neben den bereits genannten die Bezeichnungen Bärenplumpen, Bärentatze, Bergmännli, graues Bergmännle, Bertram, Bitzwurz, Bocksbart, Fotzabäsa, Grantiger Jager, Graumannle, Haarige Mann, Haarmanteli, Hexenbesen, Petersbart, Rugerl, Ruggei, Ruggeiblüh, Schaudermann, Schneeblumen, Schneehändel, Schneehonden, Schneerosen, weiße Schotenblume, Sidahuat, Strubobuobo, Strubbelbuaba, Teufelsbart, Wilde Männle und Wildmannskraut.

Beschreibung
Die Alpen-Kuhschelle gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die zwischen 20 cm und 50 cm hoch wird. Auffallend ist, daß alle oberirdischen Pflanzenteile stark behaart sind. Je nach Standort blüht die Alpen-Kuhschelle in der Zeit von Mai bis Juli oder August. An jedem Blütenstängel befindet sich endständig je eine Blüte, die meist aus 6 ovalen Blütenhüllblättern besteht. Sowohl weiße als auch gelbe Blüten haben außen oft eine leicht bläuliche bis violette Farbschattierung. Die rosettenartig wachsenden Grundblätter der Pflanze entwickeln sich erst mit Beginn der Blütezeit und sind langgestielt und doppelt dreiteilig gefiedert. In der oberen Stängelhälfte befinden sich drei Stängelblätter, welche den Grundblättern ähnlich sind. Den Winter übersteht die Pflanze als unterirdisches Rhizom (Wurzelstock).

Viele der regionalen Namen für die Alpen-Kuhschelle leiten sich vom Aussehen der Pflanze in der Fruchtreife ab. Die behaarten, fedrigen Griffel verlängern sich in dieser Zeit um ca. 5 cm, so daß der Fruchtstand wie ein Kopf mit wilder, kugelrunder Frisur erscheint.

Lebensraum und Schutzstatus
Die Alpen-Kuhschelle wächst gerne auf mäßig nährstoffreichen Weiden, Magerrasen oder steinigen Wiesen. Sie bevorzugt sonnige und helle Standorte, an denen sie gerne in Horsten, also büschelartig vorkommt. In Deutschland sind alle Arten der Alpen-Kuhschelle durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Während die Große Alpen-Kuhschelle als nicht gefährdet eingestuft wird, ist die Kleine Alpen-Kuhschelle stark gefährdet, die Gelbe Alpen-Kuhschelle gilt in Bayern sogar als vom Aussterben bedroht.

Vorsicht Gift!
Wie alle Hahnenfußgewächse enthält auch die Alpen-Kuhschelle das Toxin Protoanemonin, auch Anemonol oder Ranunculol genannt. Die Pflanze sondert diesen Giftstoff ab, wenn sie verletzt wird. Protoanemonin führt bei Berührung mit Haut oder Schleimhaut zu Rötungen, Juckreiz und Blasenbildung. Gelangt das Gift in den Körper, können die Folgen von Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel und Krämpfen bis zu Lähmungserscheinungen reichen. Wird die Pflanze an der Luft getrocknet, wandelt sich das giftige Protoanemonin in das schmerzlindernde und antibiotische Anemonin.