Häusellohmoor

Lage
Das Häusellohmoor liegt im Selber Forst, der sich östlich der oberfränkischen Stadt Selb bis zur tschechischen Grenze erstreckt. Es ist das größte Moor im Fichtelgebirge und befindet sich 568 Meter bis 581 Meter über Meereshöhe.

Entstehung
Im Gegensatz zu vielen anderen Mooren ist das Häusellohmoor nicht durch die Verlandung einer Wasserfläche entstanden, sondern durch die allmähliche Versumpfung des Gebiets. Den Grund dafür findet man unter dem Moor. Von der Schneebergkette über die nördliche Innere Hochfläche des Fichtelgebirges bis nach Böhmen erstreckt sich ein massiver Granitstock, bestehend aus fein- bis mittelkörnigem Quarz-Feldspat-Grus mit hellen Glimmmerplättchen, der sogenannte „Selber Granit“. Dieser Granit ist wasserundurchlässig und staut seit rund 10.000 Jahren, dem Ende der letzten Eiszeit, das Grund- und Regenwasser. Da die Granitfläche nicht in eine Richtung geneigt ist, konnte das Wasser auch nicht seitlich abfließen und somit bildete sich im Laufe der Jahrtausende eine riesige Moorfläche, das Selber Lohengebiet. Das Häusellohmoor ist ein kleiner Rest davon.

Beschreibung
Das unter Naturschutz stehende Häusellohmoor ist etwa 66,5 Hektar groß und hat eine Länge von ca. 1500 Meter sowie eine Breite zwischen 400 Meter und 900 Meter. Das ursprüngliche Moor war allerdings noch deutlich größer. Die Torfschicht ist bis zu 5 Meter mächtig. Aufgrund der geologischen Verhältnisse im Untergrund wurde das Moor immer gut mit Grundwasser gespeist, so dass seine Entwicklung vom Niedermoor zum Hochmoor nicht weit über das Stadium des Zwischenmoors hinaus gekommen ist.

Nutzung
Im Häusellohmoor liegt der aus wenigen Forstgebäuden bestehende Weiler Häusellohe. 1870 aus einem Forsthaus hervorgegangen, in dem ein beliebtes Waldgasthaus betrieben wurde, kamen 1937 einige Zollgebäude hinzu. Das ursprüngliche Forsthaus wurde 1969 abgerissen, die ehemaligen Zollgebäude werden heute durch den Bayerischen Staatsforst genutzt.

Mit staatlicher Genehmigung wurde 1831 begonnen, zur privaten Verfeuerung Torf zu stechen. 1850 wurde dann unter Einsatz von Dampfmaschinen eine Torfpresse betrieben, 1886 erfolgte der Ausbau zu einer Torfstreufabrik. Mit der Gründung einer Torfverwertungsgenossenschaft wurde ab 1946 der Torfabbau in industriellem Maßstab betrieben, 1951 aber wieder eingestellt. Für private Zwecke wurde noch bis 1958 Torf gestochen. Zwischen 1972 und 1980 bezog das Bäderhaus in Bad Alexandersbad Moor aus dem Häusellohmoor.

Schutz
Seit 1979 ist das Häusellohmoor ein Naturschutzgebiet, das unter fachkundiger Führung besucht werden kann. Ein seit 1991 bestehender Pflege- und Entwicklungsplan hat dafür gesorgt, dass trotz der jahrzehntelangen Trockenlegungseingriffe, des Torfabbaus und der waldwirtschaftlichen Nutzung das Häusellohmoor als wichtiges Zwischen- bzw. Hochmoor erhalten oder wiederhergestellt werden konnte. So existieren heute die für ein Hochmoor charakteristischen Pflanzen- und Tiergesellschaften. Beispielsweise wachsen hier die auf der Roten Liste bedrohter Arten stehenden Moos- und Rauschbeeren und es gibt ein erhebliches Vorkommen von Spirken. Als kleine Sensation kann die Population einer in Bayern bis dato unbekannten Köcherfliegenart gelten und mit der Ameisenart Formica Transkaukasia lebt im Häusellohmoor ein Relikt der letzten Eiszeit. Auch aus diesem Grund wird bei Renaturierungsmaßnahmen versucht, das Moor für Besucher außerhalb geführter Begehungen möglichst unzugänglich zu gestalten.