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  • Naturlexikon

Glatthafer (Arrhenatherum elatius)

Glatthafer
Glatthafer
© John Tann | Quelle | Lizenz

Der Gewöhnliche Glatthafer, auch Französisches Raygras genannt, ist ein weit verbreitetes, ausdauerndes Obergras, das zur Familie der Süßgräser gehört. Die Bezeichnung als Französisches Raygras stammt aus dem 19. Jahrhundert, wo französisches „Roggengras“ weitläufig in Bayern Verwendung fand. Es handelt sich also um eine eingebürgerte Pflanze.  
Das Gras erreicht eine Höhe von 60-150 cm und wächst sehr zeitig im Frühjahr in lockeren Horsten ohne Ausläufer. Die tiefgehenden Wurzeln sind von gelblicher Farbe, während die kräftigen, zumeist aufrechten, aufgerauten drei- bis fünfknotigen Halme an den 40 cm langen und 4-8 mm breiten Blattspreiten und -scheiden meist dunkelgrün und bis auf ein paar Häarchen glatt erscheinen.
Das ganzrandige, manchmal ein wenig ausgefranste Blatthäutchen wird etwa 3 mm lang.
Zur Blütezeit im Juni und Juli (Nachzügler können bis in den September hinein blühen) treibt der lichtkeimende Glatthafer lockere, bis 25 cm lange Rispen aus, die an langen Rispenästen büschelig an der Hauptachse wachsen. Die Rispen verfügen zumeist über dreiblütige Ährchen, deren unterste Blüte männlich, die mittlere zwittrig und
die oberste verkümmert ist. Die Bestäubung erfolgt über den Wind und die Pollen der drei Staubbeutel sind für Heuschnupfen-Betroffene ein Ärgernis.
Während der Fruchtreife von Juni bis September erfolgt die Weiterverbreitung der langgrannig besetzten unteren Deckspelzen, die die Frucht beinhalten, überwiegend durch Tiere.
Die bevorzugten Standorte des nur wenig Schatten vertragenden Glatthafers sind Fettwiesen, Böschungen und Wegränder. Der Boden sollte trocken bis wechselfeucht und nährstoffreich sein, gerne auch kalk- oder lehmhaltig.          
Gerade für die Wiesenaussaat auf etwas trockneren Böden ist der Glatthafer bestens geeignet und daher praktisch konkurrenzlos. Zudem liefert er als wertvolles Mähgras 2-3 Schnitte pro Saison. Allerdings wird es im grünem Zustand vom Vieh eher gemieden, da es bitter schmeckt, als Heu dafür aber um so lieber gefressen. Des Weiteren fördert die Düngung des Grases seine Monokultur, was die Artenvielfalt stark einschränkt.
In Bayern wird der Glatthafer umfangreich angebaut.