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  • Naturlexikon

Knäuelgräser (Dactylis)

Knäuelgras
Knäuelgras
© Dean Morley (Deanster1983) | Quelle | Lizenz

Die Knäuelgräser oder Knaulgräser gehören zur Familie der Süßgräser und sind ausdauernde Gräser mit vielen Erneuerungstrieben, die vornehmlich in Horsten wachsen.
In Bayern kommen zwei Arten dieser Gräser vor, das Gewöhnliche Knäuelgras und das Wald-Knäuelgras.   

Gewöhnliches Knäuelgras
(Dactylis glomerata)

Das Gewöhnliche Knäuelgras, auch Wiesen-Knäuelgras genannt, erreicht eine Wuchshöhe von 30-100 cm. Die Halme wachsen aufrecht, sind kräftig und von graugrüner Farbe. Bei den 3-10 mm breiten Blattspreiten fällt auf, dass der unterste Rispenast oftmals weit absteht.
Die schmale Rispe des Wiesen-Knäuelgrases unterscheidet sich vom Wald-Knäuelgras durch ihre starke Zusammenballung (=Knäulung).
In der Blütezeit im Mai und Juni erscheinen an den bläulich-grünen Ähren 3 bis 5 selbststerile Blüten. Als Windblütler mit langen Staubfäden kann der Pollen Heuschnupfen verursachen.
Sowohl die Hüll- als auch die Deckspelzen sind gekielt und behaart und insgesamt halb so lang wie die Ährchen. Die Grannen sind 1-2 mm lang.
Eine Verbreitung erfolgt über die zwischen August und Oktober reifenden Spelzfrüchte, die von Wind, Wasser und Tieren weiter getragen werden. Zusätzlich trägt das Heu zur Verbreitung bei.
Wie einige Getreidearten kann auch das Knäuelgras vom Mutterkornpilz befallen werden.
Zu finden ist das Wiesen-Knäuelgras vornehmlich an Weg- und Waldrändern mit frischen, schweren, nährstoffreichen Böden. Die lichtkeimende und winterharte Pflanze gilt als Stickstoff- und Lehmzeiger.
Das wertvolle Futtergras wird gerne vom Weidevieh gefressen, das zähe Heu verschmäht es jedoch eher.

Wald-Knäuelgras (Dactylis polygama)

Im Gegensatz zum Wiesen-Knäuelgras handelt es sich beim Wald-Knäuelgras um eine Halbschattenpflanze, die wie der Name schon sagt, in Wäldern vorzufinden ist und Ausläufer bilden kann. Von der Farbe her ist es heller als sein Wiesenverwandter, mit einem Stich ins Gelbliche. Beide Arten gehen zum Teil ineinander über.
Die weichen, häufig überhängenden Blattspreiten fallen mit 3-7 mm Breite recht schmal aus.
An der 6-12 cm langen und locker überhängenden Rispe wachsen vereinzelte, meist sechsblütige Ährchen mit kurz bewimperten Spelzen und kurzen Grannen.
Die Blütezeit findet von Juni bis September statt.
Das Wald-Knäuelgras bevorzugt mäßig feuchte bis trockene Lehmböden.