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  • Naturlexikon

Lieschgräser (Phleum)

Wiesenlieschengras
Wiesenlieschengras
© Amanda Slater | Quelle | Lizenz

Die Lieschgräser gehören zur Familie der Süßgräser und fanden früher zum Abdichten (=Verlieschen) von Fugen in Fässern Verwendung.
Allen Lieschgräsern ist gemein, dass die flachen Ährchen nur eine Blüte hervorbringen. Auch sind die Deckspelzen bei allen unbegrannt, während die Hüllspelzen eine kurze Granne aufweisen.
In Bayern kommen die folgenden Arten vor: Wiesen-Lieschgras, Knolliges Lieschgras, Alpen-Lieschgras, Matten-Lieschgras, Glanz-Lieschgras und Rispen-Lieschgras.

Wiesen-Lieschgras (P. pratense)

Das Wiesen-Lieschgras oder Timotheegras (nach Timothy Hanson, einem amerikanischen Farmer, der es im 18. Jahrhundert als Futterpflanze anbaute) ist ein mehrjähriges Obergras, das Horste bildet und Wuchshöhen von 30-100 cm erreicht.
Die hohlen Halme haben 3 bis 5 Knoten und hellblaugrüne Blattspreite, die 3-8 mm breit sind.
Das Blatthäutchen ist bis zu 5 mm lang. Die aufrechte bis schwach gebogene Scheinähre hat eine Länge von bis zu 30 cm, wobei die einzelnen weißlich-blaugrünen Ährchen jeweils 3-4 mm lang sind.
Die Blütezeit erfolgt von Juni bis September.
Das Wiesen-Lieschgras wächst am liebsten auf Weiden, Wiesen und an Wegrändern und bevorzugt dabei nährstoffreiche und mäßig feuchte Böden und ist gegen Frost weitgehend resistent. Sensibel reagiert es dagegen auf Dürre und übermäßigen Schatten. Außerdem kann es vom Mutterkornpilz befallen werden und verholzt sehr schnell. Darüber hinaus ist es neben Roggen und Deutschem Weidelgras eine der Hauptursachen für Heuschnupfen.   
Nichtsdestotrotz zählt es zu den wichtigsten Futtergräsern in Europa und Amerika, da es süßlich schmeckt und sehr winterhart ist. Auch das Heu ist äußerst nährstoffreich. Das niedriger wachsende und mit dickeren Halmen versehende Knollige Lieschgras (P. bertolonii) wird ebenfalls gerne als Futtergras angebaut.
Das Wiesen-Lieschgras ist im bayrischen Futterlandbau weit verbreitet und in den Bayrischen Alpen in Höhen bis 1650 m zu finden.

Alpen-Lieschgras (P. alpinum)

Das Alpen-Lieschgras wächst ab 1500 m Höhe in den Alpen und ebenfalls auf den Gipfeln des Bayerischen Waldes. Es wird 10-40 cm hoch und hat eine stark aufgeblasene oberste Blattscheide. Die dunkelgrünen Blattspreiten haben eine Breite von 5 mm.
Die schwach violette und aufrechte Scheinähre wird 3-7 cm lang und wirkt durch die dicht bewimperten Hüllspelzen wollig. Die Ährchen sind 5 mm lang und die Blütezeit fällt in den Juli und August.
Das Alpen-Lieschgras siedelt sich auf Weiden, Fluren und an Bachufern an. Die Bodenbeschaffenheit kann sauer oder basisch sein, auch große Feuchte stellt kein Problem dar.
Als Weidegras ist es jedoch nicht besonders gut zu gebrauchen.   

Matten-Lieschgras
(P. hirsutum)

Das Matten-Lieschgras, auch Raues Lieschgras genannt, erreicht eine Höhe von 30-60 cm und findet sich genau wie das Alpen-Lieschgras ab einer Höhe von 1500 m nur in den Alpen. Im Gegensatz zum Alpen-Lieschgras gilt es aber als gutes Mähfutter.  
Die gelappte Scheinähre wird bis zu 10 cm lang, ist weißlich-grün und verfügt über bis zu 3 mm lange Einzelährchen. Es wächst dichtrasig und vermehrt sich über Ausläufer.


Das Glanz-Lieschgras (P. phleoides) und das Rispen-Lieschgras (P. paniculatum) kommen in Bayern seltener vor, gelten aber nicht als gefährdet.