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  • Naturlexikon

Birken (Betula)

Birke
Birke am Bach
© Andreas Rockstein (anro0002)
Quelle | Lizenz
Birkenblatt
Birkenblatt
© S. Rae | Quelle | Lizenz

Die Birken bilden zusammen mit Erlen, Hainbuchen und Haseln die Familie der Birkengewächse (Betulaceae) mit dem gemeinsamen Kennzeichen, dass sowohl männliche als auch weibliche Blüten an einer Pflanze in Kätzchenform vorkommen.

In Deutschland existieren vier verschiedene Birkenarten:
Zwergbirke (Betula nana)
Strauchbirke (Betula humilis)
Hänge-, Sand-, Weiß- oder Warzenbirke (Betula pendula)
Moorbirke (Betula pubescens)

Während die nur 70 cm hohe Zwergbirke und die bis 2 Meter hohe Strauchbirke in Bayern ausschließlich im Alpenvorland wächst und stark gefährdet ist, handelt es sich bei den weit verbreiteten Hänge- und Moorbirken um bis zu 28 Meter hohe Bäume. Die Hängebirken gelten zudem als wichtigste mitteleuropäische Pionierpflanze, da sie sich als erste vermittels ausgiebiger Windbestäubung auf verlassenen Industriearealen (dort sogar im Mauerwerk, auf Pflastersteinen oder in Dachrinnen), gerodeten Flächen oder nach Waldbränden wieder ansiedeln. Sie wachsen sehr schnell, häufig auch mit mehreren Stämmen und sind, was Boden und Klima anbelangt, äußerst anspruchslos. In südlicheren Gegenden werden sie 50-60 Jahre alt, in nördlicheren können es bis zu 100 Jahre mehr sein.
Die meisten Birkenarten zeichnet eine auffällig schwarz-braun-weiß gemusterte Borke aus, anfangs noch glatt
und später dann immer zerklüfteter, da Rindenstücke sich im Lauf der Zeit herauslösen. Die Rinde wird auch Birkenleder genannt und früher wurden daraus u. a. Behältnisse und Gefässe hergestellt, die wegen der antiseptischen Eigenschaften dieser Rindenart besonders gut für die Aufbewahrung von Lebensmitteln geeignet sind. Außerdem wurde der obere Teil der zweischichtigen Rinde zur Produktion von Birkenteer, Birkenöl und Birkenpech (nebenbei bemerkt ist dies der erste vom Menschen hergestellte Kunststoff) genutzt, während der untere wie Nudeln zubereitet werden kann. Auch das Holz findet vielfältige Verwendungszwecke, ob als Möbelstück, Holzschuhe, Wäscheklammern, Trinkgefässe oder schlichtweg als Brennholz, da es aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle wenig Rauch entwickelt. Und selbst die Zweige können als Befestigungselement im Deich- und Wasserbau, als gebundener Besen oder Rute benutzt werden. Des Weiteren waren und sind die Blattknospen, die Blätter und der Birkensaft in der Medizin von Bedeutung.
Auch dient die Birke vielen Vogelarten, Säugetieren, Insekten, Pilzen, Flechten und Moosen als Lebensraum.
Allerdings lösen die Birkenpollen bei vielen Allergikern Reaktionen aus.