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  • Naturlexikon

Weiden (Salix)

Trauerweide im Park
Trauerweide im Park
© Carl E. Lewis | Quelle | Lizenz
Blätter der Korkenzieher-Weide
Blätter der Korkenzieher-Weide
© Andreas Rockstein (anro0002)
Quelle | Lizenz

Weiden gehören zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae) und können als sommergrüne Bäume, Sträucher und Zwergsträucher in Auwäldern bis ins höhere Gebirge hinein vorkommen, häufig auch als Pionierpflanze.

Während die Netzweide nur eine Höhe von um die 3 cm erreicht, kann die schnellwüchsige Silberweide bis zu 30 Meter hoch werden. Trotz dieser Größenunterschiede haben rund alle 350 Weidenarten gewisse Gemeinsamkeiten wie ein tiefes Herzwurzelsystem, eine hellgraue Rinde, und leichtes, grobfaseriges und flexibles Holz. Des Weiteren sind alle Weidenarten bis auf die Trauerweide zweihäusig getrenntgeschlechtig, das heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen mit unterschiedlichen Blüten, die männlichen sind die so genannten Weidenkätzchen. Beide Geschlechter der Weiden dienen Bienen und anderen Insekten als Nahrung, da sie beide Nektar produzieren. Die Weidenkätzchen blühen bereits sehr früh ab März.

Auch die zwischen den verschiedenen Weidenarten stark unterschiedlichen Blätter erscheinen zeitig im Frühjahr von März bis Mai. Diese können entweder rundlich oder schmal und lanzettenförmig ausfallen, wobei letztere über die biegsameren Hölzer verfügen, die vor allem für das Flechthandwerk genutzt werden. Die Blätter sind fast durchgehend von hellgrüner Farbe, auf der Unterseite behaart und als Viehfutter geeignet. Die meisten Weiden werden ab dem 4. Lebensjahr fruchtbar und pflanzen sich sowohl durch Samen fort als auch durch Stockausschlag. Die Weidensamen gelten als die kleinsten einheimischen Gehölzsamen.

Aus der getrockneten Rinde der Weiden kann ein Tee aufgebrüht werden, der mit der Salicylsäure den gleichen Wirkstoff wie Aspirin beinhaltet und dementsprechend schmerzlindernd, fiebersenkend und als Antirheumatikum wirkt.
Das Holz der Weiden, das einen dunklen Kern und weißes Splintholz aufweist, wird außer für das Flechthandwerk im Wasserbau, als Wind- oder Lawinenschutz vor allem für Spanplatten, Pellets, Blind- und Furnierholz und ähnlich wie Pappeln für Zündhölzer genutzt. Früher fand das Weidenholz vielfältigen Einsatz als Füll- und Bindematerial im Hausbau und wurde für den Bau von Fässern, für Holzschuhe und Faltschachteln verwendet. Aus Weidenbast wurden bereits in der mittleren Steinzeit Seile und Fischernetze hergestellt.

Baumweiden werden selten älter als 80 Jahre. Häufig bieten sie Vögeln Nistplätze und auch Biber tun sich gütlich an ihnen.