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  • Naturlexikon

Bläulinge (Lycaenidae)

Der Kleine Schlehen-Zipfelfalter
Der Kleine Schlehen-Zipfelfalter
© Charlie Jackson (chaz jackson) | Quelle | Lizenz

Fast alle in Europa lebenden männlichen Exemplare besitzen eine blau schillernde Färbung der Flügel-Oberseite. Daher rührt auch der zutreffende Name. Bei der Blaufärbung gibt es verschiedene Abstufungen, die abhängig sind von der Art und dem Geschlecht.

So ist etwa das Männchen des Hauhechel-Bläulings an der Flügel-Oberseite schillernd blau, das Weibchen hingegen braun-orange. Beim Kleinen Schlehen-Zipfelfalter findet sich bei beiden Geschlechtern vielmehr ein silbriger Fleck nahe des namensgebendens Zipfels. 

Weltweit gibt es etwa 5.200 verschiedene Arten der Schmetterlings-Familie  der Bläulinge (Zahl bezogen auf den noch aktuellen Stand 2011).

Kleiner Schlehen-Zipfelfalter (Satyrium acaciae)

Der Schmetterling wird zum Teil auch Akazien-Zipfelfalter genannt. Dies bezieht sich auf die alte Bezeichnung "echte Akazie", welche man früher vielerorts für die Schlehe verwendete. In einem Großteil Europas ist der Schmetterling verbreitet. Er kommt zwischen Spanien und Südrussland vor, im Norden bis zum 51. Breitengrad (in etwa auf der Höhe zwischen Köln und Dresden).  

Der kleine Tagfalter hat eine Flügelspannweite von bis zu 28 mm. In den Sommermonaten Juni und Juli trifft man ihn an trockenen und warmen Standorten an. Hierzu zählen Magerrasen, Schlehenhecken und Lichtungen. Aber auch Felshänge und alte Steinbrüche werden von dem Schmetterling genutzt. Diese Lebensräume sind oft auf der Fränkischen Alb vorzufinden.

Überwinterung und Ernährung 

Die kleinen weißen Eier werden von den Weibchen in die Astgabeln des Schlehdorns gelegt und mit Afterwolle vor dem kommenden Winter geschützt. Im Frühjahr beginnt die hellgrüne Raupe die Blätter zu fressen, dabei bewegt sie sich fast ausschließlich auf der Blatt-Unterseite. 

Auffallend sind gelbgrüne Streifen, die sich über den kompletten Körper der Raupe ziehen: Zwei auf dem Rücken und jeweils eine an den Seiten. Wenn die Blütenblätter im März und April zu Boden fallen, verpuppt sich die Raupe. Nach dem Schlüpfen des Falters ernährt sich dieser vor allem von weißen Blüten, wie etwa von der Schafgarbe oder Thymian. Der Kleine Schlehen-Zipfelfalter lebt einbrütig. Das bedeutet, es gibt von ihm pro Kalenderjahr nur eine neue Generation.

Namensgebender Flügelfortsatz

Die Weibchen sind größer als die Männchen. Die Flügel-Oberseite ist dunkelgraubraun gefärbt, es sind helle orangene Flecken am hinteren Teil zu sehen. Auf der Unterseite der Flügel, die graubraun gefärbt ist, fällt einem eine weiße unterbrochene Linie im äußeren Bereich der Flügel ins Auge. Ebenfalls markant ist der namensgebende "Zipfel", ein Flügelfortsatz, der sich an eine orangene Binde am Flügelende anschließt. Nahe beim Zipfel befindet sich ein silbriger kleiner Fleck.

Gefährdung

Leider steht auch der Kleine Schlehen-Zipfelfalter auf der "Roten Liste" der gefährdeten Tierarten in Bayern. Ursachen hierfür sind vor allem, dass man die bewohnten Biotope von Büschen befreit oder aufforstet.