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  • Naturlexikon

Vögel & Co.

Singvogel
Prachtfinken
© Mel (Karamellzucker) | Quelle | Lizenz
Greifvogel
Rotmilan
© Mel (Karamellzucker) | Quelle | Lizenz
Fledermaus
Fledermäuse in Höhle
© Michele Schaffer | Quelle | Lizenz

Auf den nächsten Seiten sollen einheimische Vogelarten vorgestellt werden, die in Bayern zugleich auch ihre Brutplätze haben. Dazu gehören die Singvögel, die Schreitvögel, die Greifvögel inklusive der Eulen und die Fledermäuse (obwohl es sich bei ihnen natürlich nicht um Vögel, sondern um Säugetiere handelt).

Singvögel (Passeri, Oscines)

Der Körperbau der Singvögel ist auf das Fliegen und das Singen spezialisiert. Ein leichtes und stabiles mit Hohlknochen versehenes Skelett und eine zehn Mal so leistungsfähige Lunge wie bei anderen, gleichgroßen Säugetieren hilft ihnen dabei. Zusätzlich besitzen sie ein empfindliches Gleichgewichtsorgan im Innenohr, damit sie auf Ästen nicht ihr Gleichgewicht verlieren.

Das Hörvermögen der Singvögel ist sehr ausgeprägt. Auch können einige von ihnen sehr schnelle Tonfolgen unterscheiden, im Gedächtnis speichern und wiedergeben.

Ihr Gesang erschallt aus dem unteren Kehlkopf, wo sich die Luftröhre gabelt. Das praktizieren vor allem die Männchen, die um ein Weibchen werben. Singvögel verfügen über einen Gesichtskreis von 300° bis 320°, da sie ihre seitlich gelegenen Augen unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen bewegen können. Mit diesem Gesichtskreis können sie all das wahrzunehmen, was vor ihnen, seitlich und schräg hinter ihnen passiert. Dabei vermögen sie auch Farben zu unterscheiden.

In Bayern sind zahlreiche Familien der Singvögel beheimatet oder länger ansässig während der Durchreise. Die bekanntesten von ihnen sind die Meisen, Finke, Amseln, Lerchen, Schwalben, Zaunkönige, Stare, Drosseln, Sperlinge, Stelzen und die Rabenvögel. Der größte der weltweit 90 Familien und 4000 Arten der Singvögel ist der ebenfalls in Bayern heimische Kolkrabe mit 60 cm Körperlänge.

Greifvögel (Falconiformes)
Eulen (Strigiformes)


Zu den Greifvögeln (Raubvögel) gehören die Falken, die Adler, die Bussarde, die Habichte, die Sperber, die Milane, die Geier, die Weihen und die Familie der Eulen, die auch Käuze und den Uhu einschließt.Wie die Singvögel sind auch die meisten Greifvögel in baumreichen Landschaften beheimatet. 

Auffälligstes Merkmal der Raubvögel sind der spitze gebogene Schnabel und die kräftigen mit Krallen versehenen Füße, die auch Greiffänge genannt werden. Häufig besitzen sie zudem lange Beine, um eine Beute aus einem Gebüsch rausziehen zu können oder lange Zehen, um diese im Flug zu fangen.

Besondere Wichtigkeit kommt weiterhin dem Sehsinn zu, da sie aus schwindelerregender Höhe noch kleinste Beutetiere erkennen müssen, beziehungsweise bei Verfolgungsflügen sowohl die Beute als auch eventuelle Hindernisse wahrzunehmen haben. Und das bei den Eulen auch des Nachts. Raubvögel verfügen damit über die besten Augen, die die Evolution hervorgebracht hat.

Ihre Farbe variiert je nach Art zwischen weiß, grau, braun und schwarz, wobei häufig ein Streifenmuster das Gefieder durchzieht. Die Flügelspannweite bei Greifvögeln beträgt hierzulande zwischen 30 cm und 2,5 m. Die Körperlänge reicht von 30 cm bis 1 m. Ihr Gewicht liegt zwischen 250 g und 7 kg. Bei Greifvögeln sind die Weibchen teilweise bis zu einem drittel größer und schwerer als die Männchen.

Die meisten Raubvögel leben über ein Jahr hinweg mit einem Partner zusammen, einige auch ihr ganzes Leben lang. Die Paare bauen die Nester für ihre Nachkommenschaft zusammen, wobei das Männchen das Nistmaterial heranträgt und das Weibchen den eigentlichen Nestbau übernimmt. Bei den meisten Arten wechselt sich das Paar beim Brüten ab. Die Brutdauer beträgt je nach Vogelgröße vier bis neun Wochen.

Fledermäuse (Microchiroptera)

Die Fledermaus ist ein Säugetier und vermag als einziges Wirbeltier neben dem Vogel aktiv zu fliegen. In Bayern finden sich über 20 Arten, weltweit werden an die 900 Arten unterschieden, von denen die größte eine Kopf-Rumpf-Länge von 14 cm, eine Spannweite von 60 cm und ein Gewicht von 200 g erreichen kann. Die kleinste Fledermaus ist dagegen nur drei Zentimeter lang und wiegt lediglich zwei Gramm. Hierzulande kommen allerdings nur die Familien Hufeisennasen (Rhinolophidae) und Glattnasen (Vespertilionidae) vor.

Fledermäuse besitzen dichtes, mitunter seidiges Fell, das meistens grau bis braun oder schwärzlich gefärbt ist. Es existieren aber auch weiße und gemusterte Arten. Bei fast all diesen nachtaktiven Tieren ist die Bauchseite heller als der Rücken. Fledermäuse bevorzugen im als Lebensraum Höhlen und Felsspalten, wo sie in großer Anzahl überwintern.

In den Sommermonaten schlagen sie ihr Tagesquartier in Scheunen, Felskellern, Dachüberständen und hinter Dachrinnen auf. Über Teichen und in Wäldern jagen sie nachts am liebsten. Ein besonderes Merkmal der Fledermaus ist die Flugmembran, die ihr das Fliegen erst ermöglicht. Auch verfügen sie über ein Echoortungssystem: Ein von ihnen ausgestossener Ruf im Ultraschallbereich wird von den Objekten ihrer Umgebung so zurückgeworfen, dass sie anhand deren Echos über Größe, Entfernung und Geschwindigkeit aller sie umgebenden Fremdkörper Aufschluss gewinnen können. Die trichterförmigen Ohren können dabei die Schallwellen unabhängig voneinander empfangen.

Die Paarung findet oftmals in den Winterquartieren statt. Ende März, wenn der Winterschlaf zu Ende ist, beziehen die Fledermäuse ihre Sommerquartiere. Dabei suchen sich die Männchen meist Tagesquartiere, die als Ausgangs-
punkt für die Jagd dienen. Die Weibchen dagegen finden sich zu Wochenstuben zusammen, in denen die Jungtiere geboren und gemeinsam aufgezogen werden. Fledermäuse haben eine auffallend niedrige Fortpflanzungsrate.

Die meisten Arten bringen nur einmal im Jahr ein einzelnes Jungtier zur Welt. Für ihre Körpergröße ungewöhnlich ist dagegen die hohe Lebenserwartung von 20 bis 30 Jahren.