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  • Naturlexikon

Falken (Falco)

Baumfalke
Baumfalke
© Ron Knight | Quelle | Lizenz
Turmfalke
Turmfalke
© Smudge 9000 | Quelle | Lizenz
Wanderfalke
Wanderfalke beim Gelege
© Forstbetrieb Fichtelberg | Quelle | Lizenz

Baumfalke (Falco subbuteo)

Der Baumfalke gehört zu den kleineren Falkenarten und erreicht eine Körperlänge von 29-35 cm. Die Weibchen sind deutlich größer als die Männchen.
Nach dem Turmfalken ist er mit ca. 3000 Brutpaaren die zweithäufigste Falkenart in Deutschland.
Die Oberseite ist dunkelgrau, während die Unterseite schwarz gemasert erscheint. Das Beingefieder und der untere Schwanz sind auffällig rötlich eingefärbt. Der Kopf lässt sich als schwarze Maske mit weißem Hals wahrnehmen.
Auffällig sind weiterhin seine relativ langen, sichelförmigen Flügel und sein kurzer Schwanz.
Sein Lebensraum sind lichte Nadelwälder (Kiefer, Fichte) oder Laubwälder, die an Freiflächen angrenzen, wo er im Flug Insekten und Kleinvögel jagen kann.
Zum Brüten bevorzugt er ausgediente Krähennester, die ab Mai besetzt werden und wo im Juni bis zu 4 Eier gelegt werden, die nach 4 Wochen ausgebrütet werden. Einen weiteren Monat benötigen die Jungvögel bis sie das Nest verlassen und die ersten Flugversuche stattfinden.
Ab Mitte August werden dann die Reviere verlassen und der
Zug in die afrikanischen Winterquartiere beginnt, wo sie normalerweise ihr Federkleid erneuern (Mauser). Dort ernähren sie sich vorwiegend von fliegenden Termiten. Ab April ist der Baumfalke wieder nach Deutschland zurückgekehrt.
Typische Lautäußerungen sind mit dem hohem „kikiki“ als normalem Ruf auch ein weicheres „gii“, welches beim Balzen von sich gegeben wird.
Baumfalken können bis 15 Jahre alt werden.


Wanderfalke (Falco peregrinus)

Der Wanderfalke gehört zu den größten Falkenarten und ist die am weitesten verbreitet Vogelart der Welt. In Deutschland existieren etwa 1000 Brutpaare, die in Südeuropa überwintern.
Die robuste Körper variiert in seiner Länge von 38-51 cm bei einer Flügelspannweite von 80-115 cm und einem Gewicht 550-1300 g.
Wie bei allen Falkenarten sind auch hier die Weibchen deutlich größer.
Auf der Oberseite sind die ausgewachsenen Wanderfalken in dunklem graublau gehalten, während die Unterseite weißlich cremefarben mit dunklerer Bänderung versehen ist. Der Bartstreif und die Krallen sind schwarz und die Augenringe und Beine gelb. Jungvögel besitzen eine dunklere Oberseite.
Der Wanderfalke besiedelt vorwiegend felsige Landschaften und gilt als ein reiner Vogeljäger (einzige Ausnahme sind ab und zu Fledermäuse), die im Sturzflug bei Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h erbeutet werden.
Ab Januar beginnt die Balz, die von März bis Mai in die Brutzeit mündet. Die 1-5 gelblichen, rot- oder gelbbraun gefleckten Eier werden etwa 5 Wochen lang ausgebrütet. Nach weiteren 6 Wochen finden die ersten Flugversuche der Jungvögel statt und nach weiteren 4-6 Wochen verlassen sie dann das Revier der Eltern. Die Geschlechtsreife erfolgt im 9. Monat.
Die Rufe der Wanderfalken beschränken sich auf „akzick-akzick“ (Balz) und lang gezogene „eeek-eeek-eeek“ (Gefahr).
Das Höchstalter liegt bei 18 Jahren.


Turmfalke (Falco tinnunculus)

Der Turmfalke ist der häufigste Vertreter aller Falkenarten in Europa. Der Bestand in Deutschland soll sich auf über 50000 Paare belaufen, die in in großer Mehrzahl als Stand- (ganzjährig an einem Ort bleibend) oder Strichvogel (im Winter wärmere Landstriche aufsuchend) hier leben. Die wenigsten fliegen als Zugvögel in den Süden.
Das lateinische tinnunculus weist auf die klingenden ti-Rufe hin, die in einem knappen Dutzend Variationen vorkommen.
Bei einer Körperlänge von etwa 31-37 cm, einer Flügelspannweite von 73-76 cm und einem Gewicht von 200-300 g erscheinen  die Weibchen durchweg größer als die Männchen.
Auch beim Federkleid unterscheiden die Geschlechter sich vor allem in der Kopffärbung, die bei Weibchen rotbraun und bei Männchen grau ist. Letztere sind außerdem auf ihrem rotbraunen Rücken schwarz gefleckt. Beiden gemein wiederum ist die weiße, sanft bräunliche Unterweit, die gelben Füße und die schwarzen Krallen. Zudem besitzen sie einen abgerundeten Schwanz.
Der Turmfalke baut keine eigenen Nester und lebt an Waldrändern, auf Masten und oftmals an Gebäudevorsprüngen oder Kirchtürmen, in deren Nähe Freiflächen zum Jagen vorhanden sein müssen, die er entweder im Ansitz (von einem Ast oder Pfahl nach Beute spähend) oder im Rüttelflug ausführt.
Die Ernährung besteht vornehmlich aus Mäusen und Kleinvögeln, von denen er ungefähr 25% seines Körpergewichts täglich zu sich nehmen muss.
Die Brutzeit erfolgt im April und Mai, unmittelbar nach der Paarungszeit. Die 3-6 ockerfarbenen bis braunen Eier werden ausschließlich von den Weibchen ausgebrütet. 4 Wochen später schlüpfen die Jungvögel, von denen 50% bereits im ersten Jahr verenden.
Das Höchstalter des Turmfalken wird mit 18 Jahren angegeben.