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  • Naturlexikon

Bekassine (Gallinago gallinago)

Bekassine
Bekassine
© Smudge 9000 | Quelle | Lizenz
Bekassine Jungtier
Bekassine Jungtier
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Die Bekassine ist ein unauffälliger und doch faszinierender Vogel. Das wegen seines bevorzugten Lebensraums auch Moorvogel genannte Tier ist mit seinem bräunlichen Gefieder gut getarnt. Einmal erspäht, fällt es mit dem für Schnepfenvögel wie dem Großen Brachvogel typischen langen Schnabel auf. 

Deutschland- und auch bayernweit kommt sie selten und nur an spezifischen Orten, insbesondere an Mooren und Feuchtwiesen vor. In Bayern geht man davon aus, dass es lediglich zwischen 600 und 900 Brutpaare gibt. Man findet die Bekassine deswegen auch auf der Roten Liste 1 der Brutvögel. So betrachtet man sie als vom Aussterben bedroht. 

Das liegt vor allem daran, dass man die Landwirtschaft intensiver als früher betreibt und etwa Mais an- und Torf abbaut. Auch das Jagdtreiben in Südeuropa setzt dem Bestand sehr zu. In manchen renaturierten Gebieten wie dem Königsdorfer Weidfilz hofft man aber, dass der Schnepfenvogel allmählich wieder heimisch wird.

Biegsamer Schnabel

Mit seiner Größe zwischen 23 und 29 cm ist die Bekassine mit einer Amsel oder Taube zu vergleichen. Der Schnabel ist biegsam und misst etwa 7 cm. Mit diesem ist das Tier in der Lage seine Nahrung, die überwiegend aus Kleintieren wie Larven, Krebstieren und Sämereien besteht, hervorragend zu ertasten. Der Schnabel dient als Greifinstrument; ist die Nahrung sehr klein, schluckt die Bekassine diese einfach. Den Schnabel lässt sie dabei im Boden stecken.

Kunststücke bei der Balz


Viele Bekassinen sind Kurzstreckenzieher, manche fliegen aber auch bis ins westliche Afrika. Wieder in ihren Brutgebiet angekommen, beginnt mit der Balz zwischen Februar und Mai ein beeindruckendes Schauspiel: Die Männchen fliegen bis zu 50 Meter in Zickzack-Form in die Höhe und starten teils wiederholt einen Sturzflug. Währenddessen stößt die Bekassine einen meckernden Ton aus. Dadurch hat sie auch ihren Beinamen „Himmelsziege“ bekommen.



Kommt es zur Paarung, legt das Weibchen in einem flachen, mit Halmen getarnten Nest durchschnittlich vier Eier. Diese sind mit ihrer olivgrünen und dunkel gesprenkelten Farbe ebenfalls gut verborgen. 

Solange die Brutzeit andauert, muss sich die Bekassine u.a. vor Wieseln oder Füchsen fürchten, die sich über das Nest hermachen. Diese Feinde sind auch für die Jungtiere gefährlich. Bei ausgewachsenen Tieren kommen dann noch Sperber, Habicht und Wanderfalken als Bedrohung hinzu.